Wislikofen

Die Wisliker beerdigen das Projekt für einen Hochwasserschutz deutlich

Wislikofen befürwortet mit 96 Ja- gegenüber 35 Nein-Stimmen die vorzeitige Kreditabrechnung.

Wislikofen befürwortet mit 96 Ja- gegenüber 35 Nein-Stimmen die vorzeitige Kreditabrechnung.

Zum dritten Mal musste am Sonntag die Bevölkerung in Wislikofen über das Projekt Hochwasserschutz Propsteiweg/Goldenbühlstrasse abstimmen. Damit wollte die Gemeinde Massnahmen umsetzen, die mit allen Grundeigentümern koordiniert sind. Eine Einwendung verzögerte und verteuerte das Vorhaben aber.

Jetzt steht fest: Das Projekt wird definitiv beerdigt. Mit 96 Ja- gegenüber 35 Nein-Stimmen haben die Wisliker die vorzeitige Kreditabrechnung mit einer Kreditunterschreitung von rund 159'000 Franken angenommen.

Der Gemeinderat zieht nun das laufende Baugesuch offiziell zurück. Die betroffenen Liegenschaftsbesitzer müssen nun selbst in Zusammenarbeit mit der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) Massnahmen für den Hochwasserschutz ergreifen.

Gemeindeammann Heiri Rohner (CVP) ist zufrieden mit dem Ausgang. «Es entspricht dem Antrag des Gemeinderats an der Wintergmeind 2019.» Die Deutlichkeit des Ergebnisses überrascht ihn indes. Das Referendumskomitee hatte 74 Unterschriften gesammelt, erhielt nun an der Urne aber bloss 35 Stimmen. Rohner sagt: «Es zeigt sich: Das Projekt wäre zu kompliziert geworden, unter den Liegenschaftsbesitzern herrschte Uneinigkeit, es drohten Gänge vors Gericht.» Das wollte die Stimmbevölkerung nicht. Dass das Thema emotional war, zeigt die hohe Stimmbeteiligung von 53 Prozent.

Enttäuscht und konsterniert

Lukas Spuhler vom Referendumskomitee sagt hingegen: «Ich bin enttäuscht und auch konsterniert. Das Thema war offenbar zu komplex und wurde mit Schlagworten wie ‹zu teuer› und ‹zu wenig Ressourcen› abgetan.

2014 hiess die Gemeindeversammlung einen Kredit über 186'000 Franken für das gemeinsame Schutzprojekt gut. Eine Einwendung verzögerte das Projekt aber. Aufgrund der zahlreichen Abklärungen und Anpassungen sowie wegen des drohenden Rechtsstreites ging der Gemeinderat davon aus, dass das Projekt den Kreditrahmen sprengen würde. Im November 2019 nahm die Wintergmeind die vorzeitige Abrechnung mit 28 Ja- zu 19 Nein-Stimmen an. Dagegen wurde erfolgreich das Referendum ergriffen.

Das Projekt wurde gestartet, da zahlreiche Gebäude entlang der alten Gewässerläufe vom Dorfkern bis zum Goldenbühl in der Hochwasserzone «mittlere Gefährdung» liegen, darunter auch die Trafostation der Gemeinde. Zu erwarten sind häufige Ereignisse mit leichter Intensität oder seltene Ereignisse mit mittlerer Intensität. Menschen sind ausserhalb der Gebäude gemäss Kanton in solchen Fällen gefährdet. Sorgen die Eigentümer nicht für einen genügenden Schutz ihrer Häuser, kann die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) im Schadensfall Leistungen kürzen oder streichen. Entsprechende Massnahmen umzusetzen, ist Sache der Grundeigentümer. Bei einer koordinierten Umsetzung würde die AGV aber den maximalen Beitrag von 40 Prozent sprechen.

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