Bad Zurzach

Die Verenabilder im Münster können noch gerettet werden

Braune Wand statt farbiger Bilder: Ein Teil der Kunstwerke in der Verenakirche musste abgehängt werden. Angelo Zambelli

Braune Wand statt farbiger Bilder: Ein Teil der Kunstwerke in der Verenakirche musste abgehängt werden. Angelo Zambelli

In Bad Zurzach lief Schmelzwasser über die Kunstwerke im Verenamünster – beschädigt wurde glücklicherweise nur die Schutzschicht. Die fast 400 Jahre alten Gemälde können nun von Ina Link restauriert werden - bereits zum zweiten Mal seit 2011.

Verenamünster, Bad Zurzach, Sonntag vor einer Woche: In der Kirche ist es so kalt, dass sich an den Innenseiten der Nordfenster Eis bildet. Als das Gotteshaus für die Messe aufgeheizt wird, entsteht Schmelzwasser. Es läuft entlang der Wand – und fliesst unglücklicherweise auch über fünf Bilder des Verenazyklus. Feuerwehrmänner, die sofort aufgeboten werden, entfernen die Gemälde mithilfe einer Leiter.

«Die Bilder können restauriert werden», sagt Reto Nussbaumer, Leiter der aargauischen Denkmalpflege. «Erste restauratorische Untersuchungen haben ergeben, dass nur der Firnis beschädigt wurde, also die Lackschicht, welche die Bilder schützt.» Diese Schutzschicht wird über die Jahrhunderte regelmässig erneuert, zuletzt war dies in den 1970er-Jahren der Fall. «Die eigentlichen Malereien, die mit Ölfarbe auf Leinwände gemalt worden sind, wurden dank dieser Schicht nicht beschädigt», erzählt Nussbaumer weiter.

Verantwortliche reagierten schnell

Die Verantwortlichen in der Kirche hätten toll reagiert, sagt der Experte. «Es war wichtig, dass die Bilder so schnell wie möglich von den Wänden geholt werden konnten.» Wie gross der Schaden ist, lasse sich noch nicht beziffern. «Das werden die Untersuchungen der nächsten Wochen zeigen.» Ein grosser Vorteil war, dass die Kirche vor wenigen Monaten renoviert worden ist. Die Wände waren sauber, sodass kein dreckiges Wasser auf die Bilder lief.

Um die Wiederherstellung der Kunstwerke wird sich die Restauratorin Ina Link kümmern. «Sie kennt die Bilder so gut wie sonst niemand», sagt Nussbaumer. Sie war bereits für die Restaurierung der Bilder im Jahr 2011 zuständig. «Es ist bei der Bearbeitung ein grosser Vorteil, wenn man die Geschichte der Bilder kennt, wenn man weiss, wie, wo und wann sie bereits restauriert wurden.»

Wert ist nur schwer schätzbar

Die 12 Bilder des Verenazyklus wurden 1631 gemalt. Er zeigt das Leben der heiligen Verena, die 260 nach Christus in Ägypten geboren wurde und in Zurzach begraben liegt. Die Legende besagt unter anderem, dass sie Menschen von Krankheiten heilen konnte. Geschaffen hat den Verenazyklus Caspar Letter, ein Maler aus Zug. «Man hat nicht einfach den nächstbesten Künstler beauftragt. Man liess sich die Kunstwerke etwas kosten», sagt Nussbaumer.

Speziell an den Gemälden ist das Format. Die einzelnen Bilder seien mit ihren 173 mal 134 Zentimetern verhältnismässig gross für Werke der damaligen Zeit, verglichen etwa mit einem Kreuzwegzyklus, erklärt Nussbaumer. Der Wert der Bilder lasse sich nur schwer schätzen. «Der ideelle Wert für Bad Zurzach ist aber enorm, denn die Bilder wurden extra für das Verenamünster angefertigt, sagt Nussbaumer.

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