Surbtal

Die Surb wird etappenweise gezähmt

Gemeinde- und Kantonsvertreter, von links: Renato Sinelli (Ehrendingen), Martina Frei (Lengnau), Felix Spuler (Endingen), Paul Beck (Unterendingen) und Markus Zumsteg (Leiter Sektion Wasserbau im Departement Bau, Verkehr und Umwelt).

Gemeinde- und Kantonsvertreter, von links: Renato Sinelli (Ehrendingen), Martina Frei (Lengnau), Felix Spuler (Endingen), Paul Beck (Unterendingen) und Markus Zumsteg (Leiter Sektion Wasserbau im Departement Bau, Verkehr und Umwelt).

Die Arbeiten für den Bau eines Rückhaltebeckens im Ried zwischen Ehrendingen und Schneisingen haben begonnen. Die Surb soll endgültig gezähnt werden und keine grossen Schäden mehr anrichten.

Das Grossprojekt «Hochwasserschutz Surbtal» geht in die zweite Runde: Nachdem in den Jahren von 2000 bis 2003 die Abflusskapazität der Surb in Lengnau und Endingen auf 25 Kubikmeter pro Sekunde erhöht wurde, werden nun die Arbeiten für den Bau des Hochwasserrückhaltebeckens «Ried» in Ehrendingen in Angriff genommen. In der dritten Etappe wird das Mühlenwehr in Lengnau umgebaut und der Damm zum Schutz des Lengnauer Gewerbegebiets erhöht. Als weitere Massnahme soll ein Hochwasser-Rückhaltebecken zwischen Lengnau und Endingen gebaut werden.

Vier Meter hoher Damm

Kernstück des Bauwerks im Ehrendinger «Ried» ist ein quer zum Surbtal verlaufender, 4 Meter hoher und 135 Meter langer Erddamm. Erstellt wird ein Durchlassbauwerk, bestehend aus einem 4 Meter breiten und 6 Meter hohen, überfahrbaren Stahlbetonkasten. Ins Durchlassbauwerk wird auf der Oberwasserseite eine Drosselöffnung eingebaut. Ein rund 50 Meter langer Seitendamm entlang der Kantonsstrasse und des Radwegs verhindert ein seitliches Überlaufen des Rückhaltebeckens. Um dem Flurnamen «Ried» gerecht zu werden, werden die Böschungen als Blumenwiesen gestaltet. Auch werden im häufig getauten Teil des Beckens Feuchtwiesen und Hochstaudenriede angelegt.

Die in die Planung des Rückhaltebeckens involvierten Umweltverbände haben erreicht, dass keine Fischfallen entstehen und dass der Wildtierkorridor von nationaler Bedeutung nicht eingeschränkt wird. Als zusätzliche ökologische Aufwertung des Rieds wird der Haselhölzlibach auf einer Länge von 165 Meter ausgedolt. Der oberhalb der Surbbrücke liegende Teil des Rückhaltebeckens kann weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden.

Ende 2013 einsatzbereit

In einem ersten Schritt wird der untere Teil des Abwasserkanals gebaut. Nach der Umlegung der Surb in ein temporäres Bachbett soll mit den Arbeiten für das Durchlassbauwerk begonnen werden. Anschliessend wird die Surb in das neue Durchlassbauwerk verlegt. Der Terminplan sieht die Aufschüttung des Hauptdamms ab Januar 2013 vor. Anschliessend wird der Seitendamm erstellt. Als Abschluss der umfangreichen Arbeiten wird der obere Teil des Abwasserkanals gebaut, die Unterhaltswege angelegt und das beanspruchte Land bepflanzt und begrünt. Spielt das Wetter mit, ist das Rückhaltebecken «Ried» zwischen Schneisingen und Ehrendingen bis Ende 2013 einsatzbereit.

Damit sind die Massnahmen für die Verbesserung des Hochwasserschutzes im Surbtal noch nicht abgeschlossen: In einem nächsten Schritt wird die Bachsohle bei der Mühle in Lengnau abgesenkt und das Mühlenwehr umgebaut sowie das Ufer auf der Höhe des Lengnauer Gewerbegebietes erhöht. Im Gebiet «Chilwis» zwischen Lengnau und Endingen wird ein zweites Hochwasserrückhaltebecken gebaut. Mit den Arbeiten zum Schutz des Lengnauer Gewerbegebietes soll laut Auskunft von Projektleiter Martin Tschannen im Oktober begonnen werden.

Die Arbeiten für den Umbau des Wehrs in Lengnau werden im Frühling 2013 in Angriff genommen und im Frühling 2014 beendet sein. Das Hochwasser-Rückhaltebecken «Chilwis» soll 2014 fertiggestellt sein. Damit, so hoffen die Verantwortlichen in der Sektion Wasserbau des Departements Bau, Verkehr und Umwelt – und mit ihnen alle Anwohner –, dass die Surb endgültig gezähmt ist und keine grossen Schäden mehr anrichten kann.

«Packen wirs an!»

Markus Zumsteg, Leiter der Sektion Wasserbau im Departement Bau, Verkehr und Umwelt ging im Rahmen des Spatenstichs für den Bau des Rückhaltebeckens «Ried» auf die Vorgeschichte des Projekts ein und erläuterte die Gründe für die Etappierung der umfangreichen Arbeiten: «Von Beginn an war klar, dass eine Kombination von Rückhaltebecken zur Dämpfung der Spitzenabflüsse und ein massvoller Ausbau der Surb die Lösung sein musste.»

Diese Gesamtlösung sei aus Kostengründen nicht realisierbar gewesen, sagte Zumsteg. Deshalb seien die Massnahmen an der Surb vorgezogen und der Bau der Staudämme aufgeschoben worden. «Wir haben einiges hinter uns, aber die Realisierung der noch ausstehenden Bauten wird für alle Beteiligten zu einer Herausforderung werden», sagte Zumsteg.

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