Kreisschule Surbtal

Die Schulsozialarbeit kriegt an der Urne eine zweite Chance

Dank Schulsozialarbeit den roten Faden wieder finden.

Dank Schulsozialarbeit den roten Faden wieder finden.

Schneisingen und Tegerfelden ergreifen das Referendum für die Schulsozialarbeit. Die Initianten glauben, dass die Stimmbürger an den Gemeindeversammlungen schlecht informiert waren. Sie sind zuversichtlich für einen Erfolg an der Urne.

Es waren gewohnt wenige Vorlagen, die an den Gemeindeversammlungen Ende Jahr von der Stimmbevölkerung bachab geschickt wurden. So etwa die Steuerfusserhöhung in Lengnau oder in Böttstein der Austritt aus dem Bibliotheken-Verbund.

Aber auch die Einführung der Schulsozialarbeit an der Kreisschule Surbtal fand nicht die benötigten Stimmen. Vier der fünf betroffenen Gemeinden hätten der Vorlage zustimmen müssen, doch es waren nur deren drei. Die Standortgemeinden Endingen und Lengnau sagten klar Ja zur Schulsozialarbeit, so auch Freienwil. Tegerfelden (38:39 Stimmen) und Schneisingen (37:47) waren indes knapp dagegen. Wobei in Tegerfelden auch der Gemeinderat aus Kostengründen die Vorlage ablehnte.

Bei Lehrpersonen, Schulleitern und Schulverwaltung machte sich Unmut breit. Weil die Abstimmungsergebnisse an den Gemeindeversammlungen dem fakultativen Referendum unterliegen, wurde die Chance ergriffen: In Schneisingen und Tegerfelden ging das Unterschriftensammeln los.

In Schneisingen machten sich etwa Schulpflege-Präsidentin Sabine Meier und David Burgherr von der SP Surbtal für das Referendum stark, in Tegerfelden Kirchenpflege-Präsident Peter Wiedemeier. In Schneisingen kamen 187 Unterschriften zusammen, bereits 99 hätten für das Referendum gereicht. Der Gemeinderat erklärte das Referendum als «zustande gekommen». In Tegerfelden wurden in nur einer Woche über 120 Unterschriften gesammelt.

Die Schulsozialarbeit an der Kreisschule Surbtal bekommt also eine zweite Chance, diesmal nicht an der Gemeindeversammlung, sondern beim Urnengang vom 28. Februar.

David Burgherr, Präsident der SP Surbtal, glaubt, dass die Leute an der Gemeindeversammlung schlecht über die Vorlage informiert waren. So würden etwa die Kosten für die 60-Prozent-Stelle nicht 74000 Franken pro Gemeinde betragen, sondern auf die fünf Gemeinden aufgeteilt. Ähnlich äussert sich auch Peter Wiedemeier: «Die stattliche Anzahl Voten an der Gemeindeversammlung brachte die ganze Bandbreite an Missverständnissen und Vorurteilen über die Schulsozialarbeit an einer Oberstufe zutage.»

Die Schulsozialarbeit spiele heute eine sehr wichtige Rolle, sagen die Befürworter. 80 Prozent der Gemeinden im Kanton Aargau sind an einem Angebot der Schulsozialarbeit angeschlossen.

Sie bietet vor Ort eine direkte Anlaufstelle für Jugendliche in psychischer und sozialer Not. Sie spielt eine ganz andere Rolle als die Eltern oder die Lehrer und kann darum auch in verfahrenen Situationen Probleme lösen. Das ist für die persönlichen Biografien viel sinnvoller und auch finanziell weitaus effizienter, als zuerst Probleme entstehen zu lassen und anschliessend die Schäden von Gewalt, Vandalismus oder Drogenkonsum zu bekämpfen.

Burgherr will sich zwar nicht zu sehr auf die Äste hinauslassen, ist aber zuversichtlich, dass das Referendum an der Urne Erfolg haben wird. In Tegerfelden führen die Initianten am 10. Februar einen Info-Anlass durch, an dem sich die Bevölkerung ein Bild über den Alltag eines Schulsozialarbeiters machen kann. Auch in Schneisingen ist ein solcher Anlass in Planung.

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