Das Zurzibiet war einst eine Faustball-Hochburg. Full-Reuenthal lautete die Top-Adresse der Nation. 1994 holte das Team den Europa-Cup, von 1988 bis 1998 wurde Full-Reuenthal 8-mal Schweizer Meister und dazu insgesamt 18-mal Champion in der Halle (von 1983 bis 1998 in Serie). Im Jahr 2004 zog sich der Schweizer Rekordmeister zurück.

Nun kehren die besten Faustballer ins Zurzibiet zurück. Aargauer Teams sind allerdings keine am Start. Am Wochenende findet in Kleindöttingen der European Cup statt, der von der Männerriege Eien-Kleindöttingen zusammen mit der Frauenriege organisiert wird.

Mit dabei sind auch vier Schweizer Teams, wovon sich Widnau und Diepoldsau Titelchancen ausrechnen dürfen. Zehn Teams aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien sind es insgesamt, die am Samstag und Sonntag in Kleindöttingen um den Sieg am European Cup kämpfen werden.

Aus Schweizer Sicht sind Widnau, Diepoldsau, Elgg-Ettenhausen und Jona mit dabei. Diepoldsau und Widnau sind dabei die grössten Hoffnungsträger für das Gastgeberland.

Nicht nur, weil sie derzeit in der heimischen Meisterschaft die ersten beide Ränge belegen, sondern auch, weil sie im letzten Jahr den Final des European Cup gegeneinander bestritten hatten. Damals siegte Widnau in fünf Sätzen.

Wieder ein Schweizer Final?

In diesem Jahr haben sich die beiden Ostschweizer Teams erneut das Endspiel zum Ziel gesetzt. «Als Titelverteidiger haben wir natürlich grosse Ambitionen. Allerdings sind in diesem Jahr viele starke Mannschaften dabei, die sich Chancen auf den Titel ausrechnen dürfen», sagt Widnaus Captain Mario Kohler.

«Deshalb fixieren wir uns nicht zu sehr auf den Final, sondern versuchen, Spiel für Spiel das Beste herauszuholen.» Das höhere Niveau im Vergleich zum Vorjahr spricht auch Malik Müller, Captain von Diepoldsau, an. «Ich zähle neben uns auch Widnau, Calw, Freistadt und Linz-Urfahr zu den Favoriten. Es dürfte ein ausgeglichenes Turnier auf hohem Niveau geben.»

Die beiden weiteren Schweizer Vertreter Elgg-Ettenhausen und Jona treten klar als Aussenseiter an. Jona hat vor allem in der Offensive mit Verletzungssorgen zu kämpfen und integriert daher zwei Spieler aus der zweiten Mannschaft. «Wir wollen internationale Erfahrung sammeln, uns mit den besten Teams Europas messen und uns dabei so gut wie möglich verkaufen», sagt Jonas Sebastian Kammer.

Ähnlich klingt es bei Elgg-Ettenhausen. «Wir wollen uns auf der europäischen Bühne möglichst gut präsentieren und zeigen, dass wir besser spielen können, als unsere aktuelle Platzierung in der Meisterschaft vermuten lässt», so Nicolas Fehr, der mit seinem Team derzeit auf dem letzten Tabellenrang steht.

Gratiseintritt für alle Zuschauer

Los geht es beim Sportplatz bei den Schulen am Samstag um 9.45 Uhr mit der Eröffnung, ehe dann ab 10.15 Uhr die Vorrundenspiele laufen. Diese werden bis um ca. 18 Uhr dauern. Die Klassierungsspiele sowie die Halbfinals und Finals werden am Sonntag ab 11.45 Uhr ausgetragen. Der grosse Final findet um 15.30 Uhr statt. Die Organisatoren in Kleindöttingen werden an beiden Tagen für Verpflegung sorgen und alle Zuschauer erhalten dank dem Sponsoring der KW-Software und Holcim einen Gratiseintritt.