Während rund 10 Minuten waren am Donnerstag alle Augen auf die 37 Meter hohe Turmspitze der katholischen Kirche in Würenlingen gerichtet. Von einem nahegelegenen Feld aus ist der Helikopter um 14.20 Uhr gestartet und flog über die Kirchturmspitze. Ein Mitarbeiter der Central Helicopter Services AG (CHS) stand auf einer um den Turm gebauten Gerüstplattform. Er befestigte das 40 Meter lange Seil des Helikopters an den Tragevorrichtungen, die am Kreuz und an der Kugel angebracht wurden.

Auf Anweisung per Funk steuerte Pilot Max Hagenbucher den Helikopter langsam nach oben. «Das ist der schwierigste Teil, bei dem man besonders sorgfältig sein muss», meint «Heli-Mäx», der bereits zum zweiten Mal die Turmspitze der 1779 gebauten St. Michael-Kirche in Würenlingen zu Renovationszwecken abtransportierte. Der Helikopter fliegt ein Stück von der Turmspitze weg, wo ein Anhänger der Muff AG wartet, die für die Sanierung der Turmspitze zuständig ist. Nach 5 Minuten ist die erste Arbeit getan.

Der Einsatz verlief ganz nach Plan von Marcel Haldemann, Flugbetriebsleiter der CHS: «Wir haben sehr gute Bedingungen. Die Lage ist praktisch und das Wetter spielt mit.» Im Vorfeld hat Haldemann Sicherheitsvorkehrungen getroffen und alle Beteiligten für den Einsatz gebrieft.

Jetzt kann's losgehen

Nun können die Renovationsarbeiten ihren Lauf nehmen. Die Turmspitze, das Zifferblatt und die Zeiger werden aufbereitet: «Wir bearbeiten sie mit einem Sandstrahl-Verfahren und machen einen frischen Farbaufbau», sagt Matthias Häfliger von der Muff AG. Die Zeiger werden ausbalanciert und die Mechanik der Uhr sichergestellt.

Laut Häfliger dauern alle Arbeiten etwa zwei Monate. Die Aussenwände der Kirche, der Naturstein des Kirchturms und der Dachstuhl werden renoviert. Neu soll die Kirche rollstuhlgängig werden. Die gesamten Renovationskosten belaufen sich auf 850 000 Franken. «Erwartungsgemäss hält die Renovation etwa zwei Generationen an», sagt Alfons Meier, Präsident der Kirchenpflege. Das letzte Mal wurde die Kirche 1980 umfänglich renoviert.

Zu diesem Anlass wurden sogenannte «Zeitkapseln» in der Kugel untergebracht. Andenken wie Zeitungen und Briefmarken aus dem Jahr 1980 wurden in rohrförmige Kapseln gesteckt. «Dieses Jahr kommt eine neue Kapsel, ebenfalls mit einer aktuellen Zeitungsausgabe, hinzu», sagt Meier. Am 23. September ist die Einweihung der renovierten Kirche geplant. Bis dahin verläuft der Kirchenbetrieb wie gewöhnlich. Nur spielen keine Glocken, da das Schlagwerk im Turm einen neuen Antrieb bekommt.