Verwaltungsratspräsident Beat Elsener ist um deutliche Worte nicht verlegen. "Der Bau einer Mauer zwischen Amerika und Mexiko und der Abbau von Freihandelszonen sind eher ein Schritt zurück ins Mittelalter als ein Beitrag zur Nivellierung des Nord-Süd-Gefälles", sagte er an der 100. Generalversammlung der Raiffeisenbank Aare-Rhein im Sportcenter Leuggern. Damit spielte er auf die Wahl von US-Präsident Donald Trump an – und auf die Zeiten der Unsicherheit, in welche dieser die Welt mit seinen Ankündigungen regelmässig stürzt.

Elsener ortet weitere Unsicherheiten für die Schweizer Konjunktur. Zwar erwartet er für die Schweizer Wirtschaft im 2017 eine weitere Erholung. Er setzt aber Fragezeichen wegen der unklaren Folgen von Grossbritanniens Austritt aus der EU und den bevorstehenden Wahlen in Frankreich und der Niederlande. 

Für die Raiffeisebank Aare-Rhein dagegen scheinen keine dunklen Wolken am Horizont erkennbar zu sein. "Es ist uns gelungen, in allen Bereich zuzulegen", sagte Willi Vogt, der Vorsitzende der Bankleitung. Den Jahresgewinn steigerte die Bank um 3,9 Prozent auf 1,276 Millionen Franken. "Das zeigt, dass wir gut und erfolgreich gearbeitet haben." 

Konstante Zinsmarge

Ein starkes Wachstum verzeichnet die Bank bei den Ausleihungen und Verpflichtungen aus Kundeneinlagen (siehe Tabelle). Laut Vogt hat die Raiffeisenbank ihre Zinsmarge bei 1,13 Prozent stabilisieren können. Der Zinserfolg erhöhte sich um 204'000 Franken (+2,9 Prozent) auf 7,12 Millionen Franken. "Diese schöne Zunahme in unserem Kerngeschäft ist der Treiber unseres guten Ergebnisses." Allerdings geht Vogt davon aus, dass die Zinsmarge dieses Jahr abnehmen wird. "Das bedeutet, wir müssen weiter wachsen, um unsere Erträge zu halten."

Doch wie schafft es die Bank, in der «Randregion», wie sich Vogt ausdrückte, fast Jahr für Jahr zuzulegen? Beat Elsener gab in seiner Rede einen wichtigen Hinweis. "Es ist uns gelungen, die Position als sympathische und kundennahe Bank zu bestätigen und festigen", sagte er mit Bezug auf das 100-Jahr-Jubiläum, das die Raiffeisenbanken Aare-Rhein und Böttstein 2016 gemeinsam mit einem bunten Strauss an Events feierten.

Im Gespräch mit dem «Badener Tagblatt» spricht er von einem «Imagebonus», den die Raiffeisenbank gegenüber anderen Geldinstituten habe. Mit erklären lässt dieser auch durch Negativmeldung über Grossbanken in den letzten Jahren. Elsener verweist aber auch auf "unsere nachhaltige Ausrichtung und unsere Kundennähe". Und er unterstreicht dabei "die wenigen Wechsel bei den Mitarbeitenden in den letzten Jahren". Trotz der Schliessung der Geschäftsstelle in Koblenz Ende Oktober 2016 beschäftigt die Bank weiterhin 34 Mitarbeitende. Die Zahl der Stellen hat sich um 0,5 auf 27,6 erhöht. 

Nicht zuletzt ist auch die Generalversammlung für die Raiffeisenbank ein Event von enormer Bedeutung. Die 1116 Genossenschafter stehen hier Bankern auf Du und Du gegenüber. Beim folgenden Apéro mischen sich die Banker unter ihre Kunden. Das schafft Nähe und Vertrauen. Wenig verwunderlich, gab es am Ende des offiziellen Teils weder kritische Fragen zu Bilanz oder Erfolgsrechnung, noch sonstige Anmerkungen. Und hat sich die Zahl der Genossenschafter im letzten Jahr einmal mehr auf rund 6300 erhöht.