Schloss Böttstein

Die neue Schlossherrin lädt zum Diner – aber wo ist der Pächter?

Das Schloss Böttstein steht unter neuer Führung. Am bewährten Konzept soll festgehalten werden. Sandra Ardizzone

Das Schloss Böttstein steht unter neuer Führung. Am bewährten Konzept soll festgehalten werden. Sandra Ardizzone

Die neue Besitzerin Pearl Anthony Lauper lädt zu einem Diner auf Schloss Böttstein. Mit einem prominenten Gast, aber ohne den langjährigen Pächter Thomas Bischofberger.

Der Rahmen war feierlich: Auf dem Programm stand ein gediegenes 3-Gang-Menü mit Apéro. Kostenpunkt: 150 Franken pro Person – oder wahlweise – ein Tisch für Firmen à acht Personen für 1200 Franken. Der Einladung im Festsaal folgten 70 Gäste.

Garniert wurde der Abend mit einer Buchpräsentation von Benedikt Weibel. Der langjährige Chef der SBB las aus seinem neuesten Buch «Das Jahr der Träume». Darin analysiert er das Phänomen der 68er-Jugendbewegung, welche die Gesellschaft wie keine zuvor verändert habe.

In Bewegung und in Veränderungen befindet sich seit einiger Zeit auch das Schloss Böttstein. Benedikt Weibels Auftritt erfolgte auf Einladung der neuen Besitzerin, Pearl Anthony Lauper.

Der Anlass am vergangenen Freitag war der erste offizielle Anlass unter ihrer Ägide. Lauper, die am Anlass teilnahm, öffentliche Auftritte ansonsten eher meidet, erwarb das traditionsreiche Haus bekanntermassen diesen Sommer von der Axpo.

Von der Axpo erworben

Das Energieunternehmen teilte vor eineinhalb Jahren mit, dass sie das denkmalgeschützte Gebäude verkaufen wolle. Als Grund nannte das Unternehmen damals, dass man sich auf das Kerngeschäft Produktion, Handel und Verkauf von Energie fokussieren möchte.

Zum Schloss gehören eine Landparzelle, der Festsaal, der Innenhof, die beiden Gästehäuser und der grosse Parkplatz; nicht aber das Besucherzentrum Axporama oder die barocke Schlosskapelle.

Gemäss der stellvertretenden Direktorin Elke Huth werde der Betrieb grösstenteils mit dem bestehenden Team und dem bewährten Konzept weitergeführt. Mit einer gewichtigen Ausnahme, wie Recherchen nun zeigen: Nicht mehr dabei ist der langjährige Pächter Thomas Bischofberger.

Auf der Schloss-Website sucht man ihn vergebens. Dem Vernehmen nach ist er krankgeschrieben. Über die genauen Gründe erfährt man wenig. Etwas Klarheit schafft eine Anfrage auf seine Mail-Adresse: «Besten Dank für Ihre Mail. Ich bin nicht mehr auf dem Schloss Böttstein tätig.» Eine entsprechende Anfrage an die neue Besitzerin blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Für eine Stellungnahme war Thomas Bischofberger ebenfalls nicht erreichbar.

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