Bei der Einweihungsfeier an Mariä Himmelfahrt in der katholischen Kirche St. Verena in Koblenz stand die neue Marienstatue neben der alten, zerstörten. Anfang März hatten Unbekannte der Marienfigur im Bildstöckli am Weg von der Kirche zum Friedhof das Gesicht verbrannt und die rechte Hand abgeschlagen. Dem Jesuskind fehlte der Kopf (die az berichtete). Die sinnlose Tat löste innerhalb der Kirchgemeinde, aber auch weit darüber hinaus, Unverständnis und Empörung aus.

Neues Plätzchen im Altarraum

Während des von rund 70 Gläubigen besuchten Einweihungs-Gottesdienstes sagte Seelsorgerin Sabine Tscherner, sie habe die geschändete Marienfigur nicht wegschmeissen können. «Sie wird im Altarraum auf der Rückseite des Marienaltares einen neuen Platz finden und soll daran erinnern, dass auch geschändete und angekratzte Leben in der Kirche einen Platz haben», sagte Tscherner. Mit ihrem Erscheinungsbild sei die alte Marienstatue ein Symbol für die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens.

Die neue Marienfigur unterscheidet sich in einigen Punkten von der alten, aus Holz gefertigten: Die Bronzestatue ist 10 Zentimeter kleiner, aufgrund der Materialwahl aber auch deutlich schwerer, trägt ein schlichteres Kleid und keine Krone. Gleich geblieben sei, so Sabine Tscherner, dass ihre ganze Aufmerksamkeit dem Kind in ihrem Arm gelte.

Segnung mit Heilkräutern

Einem alten Brauch folgend, segneten Pfarradministrator Niko Banovic und Seelsorgerin Sabine Tscherner die neue Statue mit Heilkräutern und geweihtem Wasser, worauf sie von Lara Grob, Präsidentin der Katholischen Kirchgemeinde Koblenz, zum frisch gestrichenen Bildstöckli am Frittelweg getragen wurde. Den Kirchgemeinde-Mitgliedern bot sich beim Platz rund um das Bildstöckli ein Bild der Freude: Das Bildstöckli wurde von einem einheimischen Malergeschäft frisch gestrichen, ebenso die vier Ruhebänkli. Nicht nur deswegen traf die Präsidentin der Kirchgemeinde ideale Rahmenbedingungen für die Platzierung der neuen Marienstatue im Bildstöckli an: Die Flötengruppe unter der Leitung von Ursina Muheim sorgte mit ihren musikalischen Vorträgen für feierliche Stimmung und ein reichlich gedeckter Tisch signalisierte den Gläubigen, dass die Feier nach der Platzierung der Statue an ihrem neuen Plätzchen mit einem Apéro fortgesetzt werden sollte.

Noch nicht vollständig finanziert

Für die Finanzierung der neuen Marienstatue sind eine grössere und zwei kleinere Spenden eingegangen. Damit kann die Hälfte des Anschaffungspreises gedeckt werden.

Seelsorgerin Sabine Tscherner: «Die Spenden und die grosse Teilnahme am Einweihungsgottesdienst beweisen, dass das Bildstöckli am Frittelweg und der Ruheplatz rund um das Bildstöckli den Koblenzerinnen und Koblenzern sehr viel bedeuten.»