Die engen Platzverhältnisse machten es Baggerführer Daniel Wiedemeier nicht leicht. Mit grösster Vorsicht und eindrücklicher Geschicklichkeit entfernte er Balken um Balken, schichtete sie zu grossen Haufen und riss danach die Seitenwände ein, bis vom 200 Jahre alten, seit über 30 Jahren nicht mehr bewohnten Haus nur noch ein grosser Schutthaufen übrig blieb.

Auf dem von der Vogelstrasse leicht zurückversetzten Areal baut das einheimische Baugeschäft Eugen Schneider AG ein Mehrfamilienhaus mit fünf behindertengerecht ausgebauten Wohnungen. Mit dem Aushub wird im Frühling begonnen. Die Eugen Schneider AG rechnet mit einer Bauzeit von rund einem Jahr.

Das 1813 erbaute Haus diente zunächst als Wohnung, als Sitzungslokal für die jüdische Vorsteherschaft sowie als Gemeindeversammlungslokal. 1875 kaufte Daniel Guggenheim das Gebäude und betrieb darin eine Mazzenbäckerei.

1903 musste er den Betrieb einstellen. Nach Guggenheims Tod verlotterte das Gebäude zunehmend. Der Rettungsversuch einer Arbeitsgruppe «Haus der Toleranz», ins Leben gerufen vom Einheimischen Roy Oppenheim, schaffte es nicht, die für die Instandstellung benötigen 700 000 Franken zusammen zu tragen. (Za)