Deutlich über hundert Trauernde, vornehmlich Heulweiber, fanden sich am Abend des Aschermittwoch am Sternenbrunnen ein, um bei der „Lätschete“ vom verblichenen Prinz Karneval und der närrischen Fasnachtszeit Abschied zu nehmen. Auf einer Bahre wurde der tote Prinz beim Eindunkeln die Hauptstrasse hinabgeführt, begleitet von der Trauermusik der „Lattensager“ und dem Trauertross.

Fasnachtspfarrer Götz von Pfauenauge (Christoph Neff) hielt vor dem Verenamünster die Trauerrede an die „schwer geprüfte Gemeinde“, wie er sich ausdrückte. „Nur allzu kurz war sein Leben, und allzu kurz war die Freude, die er uns traurigen Brüdern und Schwestern schenkte.“

Die Rede des Fasnachtspfarrers zum Nachhören.

Die Heulweiber begleiteten seine Abschiedsworte mit Wehklagen und Schluchzen. „Haltet Eure Gefühle nicht zurück“, forderte der Pfarrer sie zum Schluss auf. Das folgende, ins Mark gehende Heulen muss noch weitherum zu hören gewesen sein muss.

Der Tross marschierte zur Zollbrücke, wo der fasnachtspfarrer und der Ättirüedi (Stephan Baldinger) den letzten Akt der „Lätschete“ vornahmen: Der Pfarrer gab dem Toten erst mit Sprit aus einer Giesskanne die letzte Ölung, ehe der andere ihn anzündete und dem Rhein übergab, so wie es der Fasnachtspfarrer der Tradition gemäss angekündigt hatte.

«Wer will Zeltli?»

Ebenfalls am Sternenbrunnen nahm der Brauch des Ättirüedi am Nachmittag seinen Anfang. Der Ättirüedi, eine Figur in grünem Kleid mit Jutesack und einer Ofengabel, und die Kinder zogen durch den Flecken. Mit Worten wie „Jetzt gits Schoggi!“ oder «Wer will Zeltli?» forderte er die Kinder immer zum Nachschreien oder Antworten auf. Taten sie dies laut genug, warf er ihnen Zeltli, Schokoladentafeln, Würste, oder Orangen in hohem Bogen zu. Die Kinder füllten damit ihre mitgebrachten Taschen und Säcke.

Auch beim „Ättirüedi“ kam es zu einem Grossaufmarsch. «Unsere Fasnachtsevents- und bräuche erfreuen sich in den letzten Jahren einer grossen Beliebtheit», stellte denn auch Clairette Meierhofer, die Präsidentin des Fasnachtskomitees Fläckegeischter, fest.

«Jetzt gits Schoggi!»: Am Aschermittwoch zieht der Ättirüedi durch Bad Zurzach

«Jetzt gits Schoggi!»: Am Aschermittwoch zieht der Ättirüedi durch Bad Zurzach