Koblenz

Die Grenze in Bad Zurzach ist wieder offen: Entschärft sich jetzt das Verkehrschaos in Koblenz?

Mit der Grenzschliessung hat sich die Stausituation in Koblenz massiv verschlimmert.

Mit der Grenzschliessung hat sich die Stausituation in Koblenz massiv verschlimmert.

Seit Mittwoch ist der Grenzübergang in Bad Zurzach teilweise geöffnet. Der Koblenzer Ammann Andreas Wanzenried hofft, dass auch der Übergang in Kaiserstuhl geöffnet wird.

Für die staugeplagten Koblenzer waren die vergangenen Wochen eine Tortur. Nach der Schliessung der Grenze aufgrund der Coronapandemie Mitte März konzentrierte sich der ganze regionale Grenzverkehr auf den Übergang in Koblenz − dem einzigen noch offenen Grenzübergang im Bezirk Zurzach. Die Auswirkungen waren verheerend: Auf der Umfahrungsstrasse kam es regelmässig zu Kilometer langem Stau, der Verkehr innerhalb des Dorfes brach zusammen und die Post sowie der Dorfladen waren kaum zu erreichen. Nun können die Koblenzer und die zahlreichen Grenzgänger aufatmen: Seit gestern ist der Übergang in Bad Zurzach für den Personenverkehr zu bestimmten Zeiten wieder offen. Der Koblenzer Ammann Andreas Wanzenried (parteilos) begrüsst diese Massnahme, zeigt sich aber zugleich skeptisch.

Anfang dieser Woche forderte der Koblenzer Gemeinderat in einem Schreiben an die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) eine Öffnung der Übergänge in Bad Zurzach und Kaiserstuhl «zumindest während den Hauptpendlerzeiten». «Nachdem nun der Bundesrat die Bedingungen für den Lockdown in Industrie und Gewerbe massiv zu lockern beginnt, bleiben die Grenzübergänge weiterhin geschlossen.»

Das heisse für Koblenz, dass sich der gesamte normale Pendlerverkehr in kürzester Zeit wieder aufbauen werde, bei gleichzeitig starken Kontrollen an den Grenzübergängen. Am gleichen Tag, als das Schreiben aus Koblenz verschickt wurde, informierte die EZV über die teilweise Öffnung der Grenze in Bad Zurzach. «Dass die Zollverwaltung daran gedacht hat, ist sehr gut», sagt Wanzenried.

Wie sich dies auf das Verkehrschaos in Koblenz mit dem am viertstärksten befahrenen Grenzübergang der Schweiz auswirkt, werde sich zeigen. «Ich kann mir vorstellen, dass dies nicht ausreicht, um die Situation zu entschärfen», so der Ammann. «Wir behalten uns vor, gegebenenfalls erneut auch die Öffnung der Grenze in Kaiserstuhl zu fordern.» Rückendeckung erhält das Dorf von deutscher Seite. In einem offenen Brief an Innenminister Horst Seehofer fordern deutsche Bürgermeister die umgehende Wiederöffnung der Grenze.

Zu einer Verbesserung der Stausituation zumindest innerhalb des Dorfes führte die Sperrung von Schleichwegen nach Koblenz (AZ vom 27. April). Nur Koblenzer mit einem Passierschein dürfen die Strassen nutzen. «Das hat Wirkung gezeigt», sagt Wanzenried. «Wenigstens die Strassen im Dorf gehören wieder nur den Koblenzern.»

Zoll Bad Zurzach für Pendler während Stosszeiten offen

Die Öffnung des Grenzübergangs in Bad Zurzach wird vorerst nur von Montag bis Freitag, von 5 bis 9 Uhr und von 16 bis 20 Uhr erfolgen. Ausserhalb dieser Öffnungszeiten bleibe der Grenzübergang geschlossen, schreibt die EZV in einer Medienmitteilung. Komplett gesperrt sei er nach wie vor für den Lastwagen- und Warenverkehr. Die Einreise sei zudem den Personen erlaubt, welche die schweizerischen Einreisevoraussetzungen erfüllen. Die EZV weist ausserdem darauf hin, dass bei der Einreise in die Nachbarländer die Bestimmungen des jeweiligen Landes eingehalten werden müssen.

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