Lengnau

Die finnischen Gabeln liessen sogar die Betonmauern vibrieren

Die finnische A-cappella-Gruppe Fork hat die Mehrzweckhalle in einen Hexenkessel verwandelt.

Quizfrage: Was haben Dubai, New York, St. Petersburg und Lengnau gemeinsam? Antwort: «Fork» – zu Deutsch Gabel. Klar, hüben wie drüben wird mit dem vierzackigen Besteckteil gegessen.

Die Gemeinsamkeit zwischen den Weltstädten und dem Surbtaler Dorf besteht jedoch nicht nur darin, sondern seit dem Wochenende auch in einer vierköpfigen finnischen A-cappella-Gruppe namens «Fork».

1996 in Helsinki von zwei Studentinnen und zwei Studenten gegründet, haben «Fork» seit zehn Jahren weit über ihre Heimat hinaus begeisterte Fangemeinden und nun also auch im Surbtal.

An dieser neunten Auflage der «A-cappella-Night» im beschaulichen Dorf war die Mehrzweckhalle Rietwiese bis auf den letzten Platz besetzt. In der benachbarten Festhalle hat man sich mit Pizza, Steak und Salat oder einem Drink an der Bar für das Ereignis gerüstet – und für die minutenlangen Standing Ovation: Ja, immer und immer wieder rissen «Fork» das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes von den Stühlen.

Licht- und Laser-Orgie

Die Betonwände vibrierten unter gewaltiger Phonstärke. Das Publikum – eingetaucht in eine fantastische Farben-Licht- und Laser-Orgie – wähnte sich meilenweit entfernt von Himmelreich und Vogelsang: Die langbeinige, sexy Mia, die zierliche blonde Anne, der glatzköpfige Brocken Jonte und der kapriziöse, schlaksige Kasper – alle um die 40-jährig – verwandelten den nüchternen Saal in einen Hexenkessel tosender Begeisterung.

«100 percent live, no instruments, but a lot of technique», kündete Mia an. Es war kein leeres Versprechen, obwohl es schwerfiel zu glauben, dass hinter dem wummernden Bass, der kreischenden E-Gitarre kein Instrument, sondern nur menschliche Stimmen stecken. Indes – alle vier haben vor allem auch grossartige Gesangsstimmen, was sie besonders in verschiedenen Soli aufreizend unter Beweis stellten. So etwa Kasper in einer Bohlen-Parodie mit «To My Heart, To My Soul» oder Jonte in einer solchem der Heavy Metal Band Europe mit «It’s The Final Countdown».

Es ging Schlag auf Schlag mit Rock, Pop, nostalgischen Ohrwürmern, mit Hits von AC/DC bis Bonny M., von Queen bis Baccara und Eigenkompositionen. Dabei bieten «Fork» nicht nur stimmlich, sondern, in einer prickelnden Choreografie, auch tänzerisch eine faszinierende Show.

Vor dem «Fork»-Auftritt hatten die «Groove-Onkels» das Publikum unter Strom gesetzt: Im Kehrichtmänner-Outfit nutzten die vier Mannsbilder aus Deutschland Abfallcontainer aus Kunststoff, Kübel und Flaschen als Schlaginstrumente.

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