Bad Zurzach

Die Erfinderinnen des Zurzi-Märts erhalten prestigeträchtigen Preis

Bad Zurzach Verleihung Krug.jpg

Bad Zurzach Verleihung Krug.jpg

Der «Krug von Bad Zurzach» ist eine Anerkennung für 26 initiative Marktfrauen. Heute ist der Markt ein unverzichtbarer Teil des gesellschaftlichen Lebens im Ort. 440 Märkte von Frühling bis Herbst haben in 33 Jahren ohne Unterbruch stattgefunden.

Ehre, wem Ehre gebührt: Die Frauen, die den Zurzi-Märt erfunden und während 33 Jahren mit sehr viel Engagement und Herzblut organisiert haben, sind von der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden mit dem «Krug von Bad Zurzach» ausgezeichnet worden.

«Ins Schwarze getroffen»

In seiner Laudatio sagte Beat Edelmann, Sohn des Hauptgründers der Gemeinnützigen Stiftung für Zurzacher Kuranlagen, die 26 an der Durchführung beteiligten Frauen hätten es geschafft, den Markt zu einer etablierten und aus dem Gemeinschaftsleben nicht mehr wegzudenkenden Institution zu machen. «Mit der Idee und deren Umsetzung haben die Marktfrauen ins Schwarze getroffen», sagte Edelmann. «Wenn eine Idee über 30 Jahre Bestand hat und von der Bevölkerung derart eindrücklich angenommen wird, muss sie einem Bedürfnis entsprechen.»

Mit dem Münsterplatz hätten sich die Marktfrauen einen besonderen Platz ausgesucht, sagte Edelmann. «Die Kirche ist kein Marktplatz, das wissen wir aus der Bibel. Aber vor dem Tempel – respektive vor dem Münster – ist gegen einen Markt auch aus biblischer Sicht nichts einzuwenden. Da dürfen und sollen Geschäfte gemacht werden.»

Als Gemüse verkleidet auf PR-Tour

Die Idee, auf dem Platz vor dem Verenamünster einen Markt durchzuführen, trug Eliane Schurgast 1979 an einem Fraue-Zmorge vor. Im darauffolgenden Frühling setzte eine Frauengruppe die Idee in die Tat um, marschierte als Gemüse verkleidet und von einer Trommlerin begleitet durch den Flecken und machte lautstark Werbung für den Markt. In einem Flyer formulierten die Frauen ihre Ideen und Ziele: «Unser Markflecken soll belebt werden», hiess einer der Slogans, und «Zurzi wird wieder zum Treffpunkt für Jung und Alt». Angeboten wurden am ersten Zurzi-Märt regionale Produkte wie Backwaren, Blumen, Setzlinge, Früchte, Gemüse, Käse, Eier und Wurstawaren, aber auch spezielle Dinge wie Kunsthandwerk und Dritte-Welt-Produkte.

Daran hat sich in den folgenden 33 Jahren nichts verändert: Auch heute noch legen die Marktfrauen grossen Wert darauf, dass die Ware aus regionaler Produktion stammt. «Das bürgt einerseits für gesunde Kost und tritt dem Trend entgegen, Lebensmittel mit unverhältnismässigem Aufwand aus allen Herren Länder auf unsere Tische zu befördern», sagte Beat Edelmann in seiner Laudatio. Gleichzeitig ermöglichen sie den Besucherinnen und Besuchern auf die 33 Jahre verteilten rund 440 Märkte ein Einkaufserlebnis in einem gesellschaftlichen und kulturellen Rahmen.

Das Dutzend ist voll

Dave Foster, Präsident der Kulturkommission, wies im Rahmen der Preisübergabe darauf hin, dass mit der Ehrung der Marktfrauen das Preisträger-Dutzend voll sei. Den Einsatz der Marktfrauen von Bad Zurzach nannte Forster «eine wahrlich meisterliche Leistung».

Meistgesehen

Artboard 1