Bad Zurzach

Die Drachen-Lady: «Jeder wünscht sich ein solches Haustier!»

Künstlerin Barbara Brosowski hat in ihrem Atelier in Bad Zurzach für die  „Fantasy Basel“ eine zwei Meter grosse Drachenskulptur gebaut

Künstlerin Barbara Brosowski hat in ihrem Atelier in Bad Zurzach für die „Fantasy Basel“ eine zwei Meter grosse Drachenskulptur gebaut

Die Künstlerin Barbara Brosowski erzählt, wieso sie eine zwei Meter grosse, Rauch speiende Drachenskulptur baut.

Mannshoch und mit glühenden Augen steht der gold-grün funkelnde Drache inmitten von Skizzen, Gemälden und Figürchen. Rauch quillt aus den Nüstern und lautes Gebrüll schallt durch das Atelier von Barbara Brosowski. «Die Drachengeräusche bestehen grösstenteils aus verzerrtem Löwengebrüll», verrät sie.

Zu Beginn designte Barbara Brosowski ein 3D-Modell am Computer.

Zu Beginn designte Barbara Brosowski ein 3D-Modell am Computer.

Im Dezember habe sie angefangen mit den ersten Skizzen und Entwürfen. Während den letzten drei Wochen sass die 35-Jährige praktisch jeden Abend im Atelier, sobald ihr Sohn schlief.

Am Osterwochenende konnte sie die majestätische Skulptur nun nach rund fünf Monaten Arbeit fertigstellen. Auf die Frage, zu welchem Zweck sie die riesige Figur hergestellt habe, lacht Brosowski: «Jeder hätte doch gern ein solches Haustier!»

Leidenschaft fürs Fantastische

Es ist eine Liebe fürs Leben: Schon seit ihrer Kindheit ist Brosowski fasziniert von fantastischen Wesen. «Ich war lieber im Wald unterwegs, als mit Barbies zu spielen», erinnert sich Brosowski. In der Natur habe sie schon als Kind Inspiration gefunden. Früh hat ihre Familie festgestellt, dass in ihr künstlerisches Talent schlummert.

Der Drache «Galun» wurde mit Soundeffekten, leuchtenden Augen und einer Rauchmaschine ausgestattet. Bald faucht er an der «Fantasy Basel».

Der Drache «Galun» wurde mit Soundeffekten, leuchtenden Augen und einer Rauchmaschine ausgestattet. Bald faucht er an der «Fantasy Basel».

Zum Beispiel als sie mit fünf Jahren ein verblüffend gut gelungenes Pferd auf das Notizpapier ihrer Tante zeichnete. Aber auch ihre lebhafte Fantasie zeichnete sich ab: So bestand sie darauf, dem Pferdchen noch Flügel dazu zu malen.

Mittlerweile hat Brosowski einen Masterabschluss der Zürcher Hochschule der Künste in der Tasche und unterrichtet Bildnerisches Gestalten. Daneben ist sie als freischaffende Künstlerin tätig. Ihre Werke verkauft sie in ihrem "Atelier Oechsli" an der Schwertgasse: kleine Figuren aus Fimo, Gemälde, Schmuck, Skizzen und ihre selbst geschriebenen Fantasy-Romane.

Mit Drachen an die Fantasy Basel

Am Samstag, den 29. April, wird sich Brosowski mitsamt ihrer Kunst an die «Fantasy Basel» begeben: einem Festival für Film-, Game-, Comic- und Cosplayfans auf 50 000 Quadratmeter mit Stargästen aus Film und Fernsehen, Ausstellungen und natürlich mit zahlreichen Künstlern. 2016 lockte die Veranstaltung über 30 000 Besucher nach Basel.

Auch Brosowski war letztes Jahr dabei. Damals hatte sie einen Drachenkopf mitgenommen, der grosse Begeisterung bei den Besuchern auslöste, besonders bei den Kindern. Daher reifte in ihr der Entschluss, das nächste Mal eine ganze Drachenskulptur zu bauen. Ein solch grosses Objekt braucht jedoch auch reichlich Platz, wurde sich Brosowski bewusst.

Daher machte sie mit den Veranstaltern der «Fantasy Basel» einen Deal aus: Sie würde einen grösseren Stand erhalten, dafür durften die Veranstalter das Aussehens des Drachens mitbestimmen.

Die Künstlerin begann ihre Arbeit mit Skizzen und designte dann in einem Computer-Programm ein 3D-Modell des Drachens. Anhand dessen konnten dann die Masse genommen werden für die Skulptur. Für die Anatomie des Drachens habe sie sich viel von der Natur abgeschaut: Die Vorderbeine sind wie die einer Raubkatze, der Hals wie der eines Schwanes.

Verschiedenste Materialien mussten dann besorgt werden: Zähne und Klauen sind aus Fimo, das Skelett aus Plastik, die Schuppen aus Filz. «Die Arbeit am Schluss machte am meisten Spass», sagt Brosowski, «vor allem das Gestalten und Bemalen der Schuppen.» Ob der Drache, der mittlerweile den Namen «Galun» erhalten hat, jemals verkauft wird, ist noch nicht sicher: Nach Monaten der Arbeit ist der Drache schon fast ein Mitglied der Familie.

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Autor

Nadine89

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