Döttingen

Die Bürger wollen gesicherte Fakten

Kommt es zu einer Fusion?

Kommt es zu einer Fusion?

Die Fusion ist noch immer nicht amtlich. Aber die Gmeind Döttingen sagt Ja zur Abklärung der Chancen und Risiken einer Fusion mit Klingnau.

Rappelvolles Haus an der Döttinger Gemeindeversammlung vom Mittwochabend: 251 Stimmberechtigte drängten sich in der Turnhalle Bogen, so viele wie seit Jahren nicht mehr. «Der gute Besuch ist ein Zeichen dafür, dass sich die Bürgerinnen und Bürger für das Dorfgeschehen interessieren», freute sich Ammann Peter Hirt.

Der Grossaufmarsch kam nicht völlig überraschend: Immerhin wurde mit dem 100000-Franken-Kredit für die vertiefte Abklärung einer Fusion die Gestaltung über die Zukunft der Gemeinde entschieden.

Die Klingen gekreuzt

Im Verlauf der Versammlung legten die Befürworter und die Gegner der Vorlage ihre Argumente dar. Walter Benz zeigte sich überzeugt, dass der Zusammenschluss einer grösseren Gemeinde mit einer kleineren durchaus Sinn machen kann, nicht aber die Fusion zweier praktisch gleich grosser Partner wie Döttingen und Klingnau.

Ausserdem vertrat Benz die Meinung, dass Döttingen im Falle eines Zusammenschlusses mit einem Steuerfuss zwischen 85 und 90 Prozent rechnen müsse. Dies entspreche einer Erhöhung um rund 50 Prozent.

Vermögen und Schulden sind bei den Gemeinden unterschiedlich

Ein weiteres Argument, das Walter Benz in die engagiert geführte Diskussion einbrachte, war die Diskrepanz der beiden Gemeinden hinsichtlich Vermögen respektive Schulden.

«Döttingen verfügt über ein Vermögen von über 12 Millionen Franken, Klingnau weist Schulden von rund 5 Millionen Franken aus. Wie soll die Differenz von rund 18 Millionen Franken bei einem allfälligen Zusammenschluss ausgeglichen werden?», fragte Benz und fügte auch gleich noch einen dritten und einen vierten Grund an, der seiner Meinung nach gegen eine vertiefte Abklärung spricht: «Wir sollten von Anfang an eine klare Aussage machen, ob wir eine Fusion überhaupt wollen oder nicht. Es macht keinen Sinn, wenn wir prüfen, prüfen und nochmals prüfen, obwohl wir im Grunde genau wissen, dass ein Zusammenschluss höchst unwahrscheinlich ist. Zudem laufen wir mit einer Fusion Gefahr, dass die Gemeindeversammlung durch einen Einwohnerrat ersetzt wird und die Bürger den direkten Einfluss auf das Dorfgeschehen verlieren.»

Kanton Glarus als Beispiel

Die Befürworter führten ins Feld, man könne sich ein Beispiel am Mut des Kantons Glarus nehmen, der es fertiggebracht habe, 27 Gemeinden auf 3 Gemeinden zu reduzieren. «Die Schweiz wird am Föderalismus zugrunde gehen, wenn Zusammenschlüsse weiterhin verhindert werden», sagte ein Votant.

Auch Gemeindeammann Peter Hirt legte sich vehement für die Vorlage ins Zeug: Probleme wie die Verkehrsplanung und die Siedlungsentwicklung könnten in naher Zukunft nicht mehr im Alleingang gelöst werden, sagte Hirt.

Nachdem ein Antrag von Peter Richard auf geheime Abstimmung deutlich abgelehnt worden war, erteilte die Versammlung dem Projektierungskredit über 100000 Franken für die vertiefte Abklärung eines Zusammenschlusses mit Klingnau mit 133 Ja zu 111 Nein grünes Licht.

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