Rietheim

Die «Bieridee» wurde zur Erfolgsstory

Wie schmeckt eigentlich das Bier namens «Rietheimer Aue»? Ein Besuch beim Bierfest der Kündig Bräu.

«Bestaubt sind unsre Bücher / der Bierkrug macht uns klüger / das Bier schafft uns Genuss / die Bücher nur Verdruss»: Auch wenn dieser Spruch keinem Geringeren als Goethe zugeschrieben wird, sollte er nicht als absolut genommen werden. Es gibt durchaus Bücher, die zumindest keinen Verdruss bereiten. Anderseits hat auch das mit dem Bier zweifellos etwas für sich. Das hat sich jedenfalls am Bierfest in Rietheim gezeigt, zu dem die Kündig Bräu AG am Wochenende gerufen hatte. «Für uns ist das Bierfest eine gute Werbeplattform», sagte Roger Kündig, der ursprünglich im Informatikbereich tätig war, bevor er in die von seinem Vater René Kündig gegründete Brauerei einstieg. «Wir fanden, dass wir das Fest im Sommer machen sollten. Im Herbst macht ja bald jeder so etwas.»

Sein Vater, der als gelernter Bierbrauer in der damaligen Brauerei Hürlimann in Zürich gearbeitet hatte, habe in den Neunzigerjahren begonnen, selber Bier zu brauen, sagte Roger Kündig zur Geschichte der Brauerei. Zuerst braute er in der Küche, später auf einer 100-Liter-Anlage, die bald zu klein wurde. Deswegen wollte er aufgeben. Seine Kunden wollten es jedoch anders. 2007 wurde die Kündig Bräu AG gegründet und eine 1000-Liter-Anlage beschafft. «Damals hatten wir eine Lagerkapazität von 3000 Litern. Inzwischen sind es rund 7000 Liter. Wir haben jetzt neue Tanks bestellt, mit denen wir über eine Lagerkapazität von 15 000 bis 16 000 Litern verfügen werden.»

Momentan werden sieben Sorten Bier gebraut. «Am meisten gefragt ist unser ‹Husbier›, ein mild gehopftes Bier, das in Richtung Amberbier geht», so Roger Kündig. Absatz finden die Kündig-Biere hauptsächlich in der Region bei Gastrobetrieben und Privaten.

Mit ihrem Bierfest haben die Kündigs den Nerv – oder besser den Durst – der Liebhaber und Liebhaberinnen des Gerstensaftes getroffen. Der Aufmarsch war beachtlich. Was nicht nur am schönen Wetter, sondern auch am Angebot gelegen haben dürfte. Immerhin wurden gleich vier verschiedene Biere angeboten. Darunter die neue Kreation «Rietheimer Aue». «Dieses Bier, bei dem ein Hopfen aus den USA verwendet wird, zeichnet sich durch sein blumig-fruchtiges Aroma aus», erklärte Roger Kündig. «Ich würde gerne auch saisonale Biersorten brauen. Zurzeit haben wir jedoch die Kapazität nicht. Mir wäre es zudem nicht recht, wenn uns das Bier ausgehen würde. Wobei das für den Brauer natürlich besser ist, als darauf sitzen zu bleiben.» Gefahr für ein solches «Schreckensszenario» bestand am Bierfest allerdings nicht.

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