Seit 1964 gehört Schloss Böttstein der Axpo. Nun will das Energieunternehmen sein einziges Schloss, das unter Denkmalschutz steht, verkaufen. Der Grund: «Der Verkauf ist eine Konsequenz aus unserer Unternehmensstrategie», führt Mediensprecherin Monika Müller aus. «Diese zeichnet sich unter anderem durch eine Fokussierung auf das Kerngeschäft aus.» Und dieses swiederum beinhaltet die Produktion, den Handel und den Verkauf von Energie. Im Geschäftsjahr 2014/2015 hatte die Axpo einen Verlust von 990 Millionen Franken gemacht.

Zum Verkauf ausgeschrieben wird das Schloss im Frühling, mitsamt der dazugehörigen Landparzelle. Dazu gehören auch der Festsaal, Innenhof, die beiden Gästehäuser sowie der grosse Parkplatz. «Wir sind nicht unter Zeitdruck und verkaufen das Schloss auch nicht zu beliebigen Bedingungen», sagt Müller. Zum Preis macht die Axpo keine Angaben. Eine Marktpreisschätzung werde erst noch erfolgen.

Keine Verkaufspläne hegt der Energiekonzern dagegen beim Besucherzentrum Axporama, das sich gleich neben dem Schloss befindet. Auch im Betrieb des Axporamas sind keine Änderungen geplant. «Die Ausstellung soll als Informations- und Dialogplattform rund um das Thema Energie auch künftig erhalten und für jedermann zugänglich sein», unterstreicht Müller. Nicht betroffen vom Verkauf ist die barocke Schloss-Kapelle. Diese gehört dem Römisch-Katholischen Kapellenverein. 

Schloss Böttstein vom grossen Parkplatz aus gesehen, rechts das Axporama

Ansonsten sind in der Region, auch auf der Beznau-Insel auf der anderen Aare-Seite in Böttsteins Nachbargemeinde Döttingen, keine Verkäufe von Liegenschaften geplant. Der Hotel- und Restaurationsbetrieb im Schloss wird normal weitergeführt. Das Schloss wird auch wie geplant Hauptaustragungsort für das Jubiläum «200 Jahre Gemeinde Böttstein» im nächsten Sommer sein. 

Die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK), die vor einigen Jahren im Axpo-Konzern aufgingen, kauften das Schloss 1964 vor dem Bau der beiden Blöcke des AKW Beznau. Während der siebenjährigen Bauzeit ab 1965 wurden die Schlossräume als Büros genutzt. Es folgte, von 1972 bis 1974, der Umbau zum Hotel- und Restaurationsbetrieb.

Die letzte Totalrenovation fand 1986 statt. Schloss und Kapelle gelten heute als beliebter Ort für Hochzeitsfeiern. Erbaut worden sind die Gebäude vor rund 400 Jahren, zwischen 1615 und 1617. Im 11. Jahrhundert befand sich hier eine Burg des Adelsgeschlechts Freie von Böttstein, das im 13. Jahrhundert ausstarb.

... liegt auf der anderen Seite der Beznau-Insel. Das Wasserkraftwerk, das wie das AKW darauf befindet, ist hier im Hintergrund zu sehen.

Schloss Böttstein...

... liegt auf der anderen Seite der Beznau-Insel. Das Wasserkraftwerk, das wie das AKW darauf befindet, ist hier im Hintergrund zu sehen.