Das Hotel und Restaurant Schloss Böttstein ist ein beliebter Ort für Tagungen, Trauungen und Ausflüge. Die Liegenschaft mit schönem Blick über die Aare gehörte bisher dem Energieunternehmen Axpo. Dieses hatte 2016 angekündigt, die Immobilie verkaufen zu wollen – man habe entschieden, «strategisch nicht zentrale Anlagen zu veräussern». Nun teilt Axpo mit, dass das Schloss mit dazugehörigem Land per 1. Juli an einen neuen Inhaber übertragen worden sei. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Ebenso über die Identität des Käufers. Es handle sich um «eine Privatperson aus dem Raum Zürich» mit «langjähriger Erfahrung im Bereich Gastronomie und Hotellerie».

Käuferin oder Pächterin?

Einen Hinweis auf die Identität gibt ein Handelsregister-Eintrag von Mitte Juni, bei dem eine Pearl Anthony Lauper die Einzelunternehmung «Schloss Böttstein, Anthony Lauper» registrieren liess. Ob die Frau aus dem zürcherischen Kilchberg Schloss-Inhaberin oder nur Pächterin ist – der bisherige Pächter hat einen ähnlichen Handelsregister-Eintrag –, liess sich gestern nicht verifizieren. Die Käuferschaft lässt das renommierte Beratungsunternehmen Grant Thornton für sich sprechen, dort war allerdings niemand zu erreichen.

Wer immer der Käufer oder die Käuferin sein mag: Er habe der Axpo «versichert, dass er den Hotel- und Restaurationsbetrieb der Region erhalten und mit bestehendem Personal weiterführen möchte», heisst es in der Medienmitteilung. Nicht betroffen vom Verkauf ist die barocke Schloss-Kapelle. Diese gehört dem Römisch-katholischen Kapellenverein. Auch das Besucherzentrum Axporama bleibt beim Energiekonzern.

Axpo hatte das Schloss Böttstein 1964 erworben – kurz vor dem Bau des Kernkraftwerks Beznau. Ursprünglich nutzte die Axpo die Liegenschaft als Büro, ab 1974 als Hotel- und Restaurationsbetrieb. An der Stelle befand sich ab dem 11. Jahrhundert eine Burg. Im Jahr 1606 kaufte sie die Familie von Roll und errichtete anstelle der Burg die heute bestehende Schlossanlage mitsamt Kapelle. Später gelangte sie in den Besitz der Familie von Schmid aus Uri. Karl von Schmid (1827–1889), katholisch-konservativer National- und Ständerat für den Kanton Aargau, wuchs hier auf. Die Schlossanlage steht seit 1963 unter kantonalem Denkmalschutz.

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