Würenlingen

Die Amphibien in Würenlingen haben einen neuen Nistplatz

Initiant Alois Bächli beim Biotop im Würenlinger Oberwald. SAN

Initiant Alois Bächli beim Biotop im Würenlinger Oberwald. SAN

Rund 80 Prozent der Amphibien stehen auf der Roten Liste für gefährdete Tierarten. Im Gebiet Althau ist nun ein neues Feuchtbiotop, das den verschiedenen Tierarten Platz bieten soll, eingeweiht worden.

Ganz langsam ziehen Nebelschwaden durch den Würenlinger Oberwald. Durch das dichte Blätterdach dringen kaum Sonnenstrahlen und nur vereinzelt sind Vogelrufe zu hören. Es ist eine mystische Stimmung, in welcher der Naturschutzverein Würenlingen sein neustes Feuchtbiotop einweiht. Rund 15 Personen haben sich eingefunden, um diesen neuen Lebensraum für verschiedene Tierarten zu begutachten.

Dieses Jahr feiert der Naturschutzverein Würenlingen sein 75-jähriges Bestehen. «Wir wollten unser Jubiläum nicht nur mit einem Fest feiern», betont Vize-Präsident Alois Bächli, «Es sollte auch etwas Nachhaltiges entstehen.» Also nahm der Naturfreund die Fäden in die Hand und begann, ein Feuchtbiotop zu planen. Gut ein Jahr nach der Idee konnte der kleine Weiher im Gebiet Althau am Freitag bei leichtem Nieselregen eingeweiht werden.

Immer weniger Feuchtbiotope

Rund 80 Prozent der Amphibien stehen laut Bächli auf der Roten Liste für gefährdete Tierarten. Feuchtbiotope wie der neue Weiher im Althau bieten diesen Tieren Lebensräume und Orte für die Fortpflanzung. «In den vergangenen 50 Jahren wurden immer mehr Feuchtbiotope zerstört. Wir wollen die Bevölkerung deshalb für die Wichtigkeit solcher Kleingewässer sensibilisieren», erklärt Bächli.

Deshalb informiert eine Tafel über das Ökosystem im Feuchtbiotop. So erfährt der Besucher, dass sich in diesen Gewässern verschiedenste Kleintierarten wie Wasserschnecken, Libellen, Käfer, Grasfrösche und sogar Feuersalamander von selbst einfinden und einnisten. Für jene Tiere, die nicht hauptsächlich im Wasser leben, wurden Kleinstrukturen um den Weiher herum gebaut: «Wir haben Asthaufen und mithilfe der Waldspielgruppe einen Steinhaufen für die Salamander angelegt», sagt Bächli, «Schliesslich wollen wir die Biodiversität fördern.»

Lob für den Initianten

Einmal jährlich werden Mitglieder des Vereins zum Feuchtbiotop kommen und diesen reinigen. Auch Alois Bächli wird hin und wieder im Wald anzutreffen sein: «Dieser Weiher ist mein Kind. Natürlich werde ich ihn beobachten.» Schon lange interessiert sich der Hobby-Ornithologe für die Natur und so kam ihm auch die Idee mit dem Feuchtbiotop, den er «Weiher Althau» nennt. Sein unermüdlicher Einsatz wurde Alois Bächli bei der Einweihung am Freitag auch vom Vereinspräsidenten gedankt. «Alois hat gewaltige Arbeit geleistet», lobte Walter Senn.

Bei der Einweihung waren Mitglieder und Sponsoren anwesend; der Gemeinderat befand sich auf Gemeinderatsreise und konnte nicht teilnehmen. Senn und Bächli sind sich sicher, dass das Feuchtbiotop eine Bereicherung für die gesamte Gemeinde ist: «Die Kinder von der Waldspielgruppe werden bestimmt auch hin und wieder hierhin kommen und die Tiere beobachten.» Und damit wäre bereits ein Ziel – die Sensibilisierung – erreicht.

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