Leibstadt

Deutsche wollen Panne im Atomkraftwerk Leibstadt untersuchen

Die Löcher im Containment des AKW Leibstadt sind vor sechs Jahren gebohrt und am 24. Juni 2014 entdeckt worden. Inzwischen sind sie zugeschweisst.

Die Löcher im Containment des AKW Leibstadt sind vor sechs Jahren gebohrt und am 24. Juni 2014 entdeckt worden. Inzwischen sind sie zugeschweisst.

Die Bohrlöcher im Containment des Atomkraftwerks Leibstadt haben deutsche Politiker aufgeschreckt. Sie fordern ihren Umweltminister auf, eine eigene Untersuchung anzuordnen und die Panne zu bewerten.

2008 hatten Arbeiter einer Fremdfirma im AKW Leibstadt in 28 Meter Höhe sechs kleine Löcher zur Befestigung von Feuerlöschern in die Stahlwand des Containments gebohrt. Entdeckt wurden die Löcher am 24. Juni 2014. Inzwischen sind sie wieder verschweisst. Nun gehe es darum, das Vertrauen wieder aufzubauen und zu ergründen, wie diese Panne passieren konnte, erklärte Kraftwerksleiter Andreas Pfeiffer an einer Pressekonferenz Anfang letzter Woche.

Damit wollen sich Politiker jenseits des Rheins nicht zufrieden geben. Die Landtagsabgeordneten Felix Schreiner (CDU) und Hidir Gürakar (SPD) haben Franz Untersteller, Umweltminister des Landes Baden-Württemberg, aufgefordert, die Sicherheitspanne im Atomkraftwerk Leibstadt zu untersuchen und bis Mitte August eine entsprechende Bewertung abzugeben. Schreiner: «Mir ist es wichtig, dass die Landesregierung ihrer Pflicht nachkommt und der Panne auf den Grund geht.»

Inzwischen hat Umweltminister Untersteller auf Schreiners Schreiben geantwortet und eine umfassende Prüfung der Vorkommnisse im Atomkraftwerk Leibstadt angekündigt. Wie die Untersuchung vonstattengehen soll, war beim baden-württembergischen Umweltministerium nicht in Erfahrung zu bringen.

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft ist die Überwachungsbehörde des Landes Baden-Württemberg. Es hat die Aufgabe, zu kontrollieren, ob Kernkraftwerke und sonstige kerntechnische Anlagen in Baden-Württemberg sicher betrieben werden. Ausserdem überwacht es die Radioaktivität in der Umwelt.

«Ein ungeheuerlicher Vorfall»

Ebenfalls zu Wort gemeldet hat sich Dieter Zauft, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Waldshut-Tiengen. Laut einer Meldung des «Südkuriers» fordert er KKL-Direktor Andreas Pfeiffer in einem Brief auf, für Klarheit in dieser Angelegenheit zu sorgen. Die Löcher im Stahlmantel des Containments seien «ein ungeheuerlicher Vorgang», wird Zauft zitiert. Der 68-Jährige war vor seiner Pensionierung Mitglied des Katastrophenstabs beim Landratsamt in Waldshut.

KKL zeigt Verständnis

Andrea Portmann, Verantwortliche für Medien und Öffentlichkeit im Atomkraftwerk Leibstadt, zeigt Verständnis dafür, dass sich nicht nur die Schweizer Öffentlichkeit für das Thema «Sicherheit im KKL» interessiert, sondern auch die deutsche: «Uns ist es wichtig, nachvollziehen zu können, wie es dazu kommen konnte», sagt Portmann. Dabei gehe es nicht darum, einen Schuldigen zu suchen. «Wir möchten sicherstellen, dass so etwas nicht mehr vorkommen kann.»

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