Klingnau

Der Wiederaufbau macht sichtbare Fortschritte

Umbau bald abgeschlossen: «Rebstock»-Besitzer Jürg Meier vor dem wiederaufgebauten «Rebstock». za

Umbau bald abgeschlossen: «Rebstock»-Besitzer Jürg Meier vor dem wiederaufgebauten «Rebstock». za

Im März oder April sind Gaststätte und Wohnungen im Rebstock bezugsbereit. Am Montag sind auf der Baustelle an der Klingnauer Schattengasse die Baugerüste entfernt worden.

Ein untrügliches Zeichen, dass das Ende des Wiederaufbaus nach dem Grossbrand im April 2010 naht. «Nachdem das Gebäude einigermassen gesichert war, mussten die am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen Hausteile abgebrochen und die einzelnen Etagen von unten her neu aufgebaut werden», schildert Architekt und «Rebstock»-Besitzer Jürg Meier die ersten Arbeiten.

Mit Ausnahme der erhalten gebliebenen Fassade und ein paar Bruchsteinmauern sowie einigen Balken und Fensterstürze, die dem Feuer widerstanden hatten, musste alles von Grund auf erneuert werden. Bis im Frühling entstehen im neuen Rebstock inklusive Anbau insgesamt 14 Wohnungen. Die Grösse variiert vom Studio bis zur Loft-Wohnung mit Ausblick auf den Klingnauer Stausee. Die Wohnungen im ersten Obergeschoss sind rollstuhlgängig. Neu werden sie alle mit einem Lift erschlossen.

Gaststätte mit neuer Küche

Die Holztreppen von früher sind massiven Betontreppen gewichen. Um die Sicherheit zusätzlich zu erhöhen, wurde die Brandschutzmauer bis ins oberste Stockwerk gezogen. Neu gestaltet werden auch das Restaurant im Erdgeschoss und das Dancing im Untergeschoss. Die Gaststätte erhält eine neue, vergrösserte Küche; der in der Kubatur ungefähr gleich gebliebene Gastraum wird in einen Raucherteil und einen Nichtraucherteil unterteilt. Die sanitären Anlagen werden den heutigen Bedürfnissen angepasst.

Der zukünftige Pächter des Restaurants ist noch nicht bestimmt. «Ich stehe aber mit mehreren Interessenten in Kontakt», sagt «Rebstock»-Besitzer Jürg Meier. Viel Zeit und Geduld erforderte die Wahl der richtigen Fassadenfarbe. «Ich hätte gerne das Rot von vor dem Brand gehabt. Aber das war aus Sicht der Altstadtkommission nicht möglich», sagt Jürg Meier. Die nun angebrachte Farbe kann als «blasses Weinrot» bezeichnet werden und fügt sich harmonischer ins Gesamtbild der Altstadthäuser ein als das knallige Rot vor dem Brand. Für den Wiederaufbau des historischen Gebäudes in der Klingnauer Altstadt müssen zwischen zweieinhalb und drei Millionen Franken aufgewendet werden. Sind alle Arbeiten abgeschlossen, wird der «Rebstock» zumindest im Inneren nicht mehr zu erkennen sein.

Bäckerei wird instand gestellt

Vom Grossbrand in Mitleidenschaft gezogen wurde auch das direkt an den «Rebstock» angebaute Haus der Familie Eggspühler, in der bis vor wenigen Jahren eine Bäckerei untergebracht war. Auch in diesem Gebäude haben die Handwerker zum Endspurt angesetzt.

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