Berufsmeisterschaften

«Der Titel ist eine grosse Ehre»: Der beste Hufschmied der Schweiz kommt aus Siggenthal Station

Daniel Oetiker in seinem Element: An ihm führte an den Swiss Skills (hier beim Beschlagen der Hufeise) kein Weg vorbei.

Daniel Oetiker in seinem Element: An ihm führte an den Swiss Skills (hier beim Beschlagen der Hufeise) kein Weg vorbei.

Daniel Oetiker aus Siggenthal Station ist der beste Hufschmied im Land. An den Berufsmeisterschaften gewann er Gold. Doch er will mehr.

Auf der Suche nach neuen Wettkampfformen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Menschen messen sich heutzutage in Disziplinen wie Handyweitwurf, Schienbeintreten und Moorschnorcheln – oder Hufschmieden. Während die ersten drei genannten Meisterschaften in der Welt der Skurrilitäten anzusiedeln sind, gehören die nationalen Titelkämpfe im Beschlagen von Hufeisen zu einer ernst zu nehmenden Veranstaltung.

An den Swiss Skills Championships, den Berufsmeisterschaften, trafen sich die besten ihres Fachs. Und der Beste war Daniel Oetiker aus Siggenthal Station. Der 21-Jährige holte sich jetzt in Aarberg die Goldmedaille. «Der Titel ist eine grosse Ehre», sagt Oetiker. «Weil sich hier die besten Berufsleute gegenüberstehen.» Für den jungen Zurzibieter, der in diesem Frühjahr seine vierjährige Lehre zum Hufschmied abgeschlossen hat, war es die dritte Teilnahme an den Swiss Skills. Nach Rang fünf (2018) und Platz zwei (2019) folgte nun die Krönung.

Erstes Island Pony mit zehn

Eine enge Beziehung zum u-förmigen Glückssymbol entwickelte Oetiker schon früh. Er reitet, seit er vier Jahre alt ist. «Mit zehn habe ich mein erstes Island Pony bekommen.» Mit der Zeit sei der Wunsch gereift, später im Beruf etwas mit Pferden zu machen. «Eine Lehre als Hufschmied war da naheliegend», sagt er. Gesagt, getan. Die Ausbildung machte er schliesslich bei Silvan Erne in Full-Reuenthal. Wegen Corona fanden die diesjährigen Berufsmeisterschaften unter Ausschluss der Öffentlichkeit dezentral in Ausbildungszentren statt.

Der geplante Grossevent auf dem Gelände der Bernexpo wurde auf nächstes Jahr verschoben. Auch das Startfeld war begrenzt. Nur 15 Kandidaten wurden zum Wettkampf zugelassen. Das Teilnehmerfeld bestand aus sieben Lehrabgängern, drei Lernenden im 4. Lehrjahr und fünf Lernenden aus dem 3. Lehrjahr. Die hochgesteckten Anforderungen der vierteiligen Prüfung wurden von den Lehrabgängern, die sich zurzeit grösstenteils in der Rekrutenschule befinden, am besten gelöst. Zu ihnen gehört auch Daniel Oetiker. Er absolviert seinen Dienst gerade in Schönbühl bei Bern.

Nächste Ziele: Europa- und Weltmeisterschaften

Wie es bei Oetiker nach dem Militär beruflich weitergeht, weiss er noch nicht. Was er hingegen plant, sind weitere Teilnahmen an Wettkämpfen im In- und Ausland. Oetiker kann diesbezüglich schon einen schönen Leistungsausweis vorweisen. Im vergangenen Jahr siegte er an Events in Spanien, Schweden und England. Das seien super Erlebnisse gewesen und weckten beim ihm die Lust auf mehr. Daniel Oetiker hofft, dereinst die Schweiz auch an Europa- und Weltmeisterschaften vertreten zu können.

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Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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