Bad Zurzach

Der Tierpark braucht dringend einen neuen Wächter – sonst droht das Aus

Pius Müller, der Präsident des Vereins Tierpark, will den Betrieb mit den 200 Tieren möglichst bald in neue Hände übergeben.

Pius Müller, der Präsident des Vereins Tierpark, will den Betrieb mit den 200 Tieren möglichst bald in neue Hände übergeben.

Über die Finanzierung zum Erhalt der Anlage des Tierparks wird intensiv diskutiert. Die Meinungen gehen auseinander, der Betreiber erhöht den Druck.

Für die einen ist die Lage ernst, andere mahnen zur Besonnenheit. Wie die Zukunft des Tierparks oberhalb von Bad Zurzach aussehen soll, darüber sind sich die involvierten Parteien uneins. Der Präsident des Vereins, Pius Müller, drängt auf eine rasche Lösung, damit die Anlage mit seinem jetzigen Angebot weiterbetrieben werden kann.

Für Müller hat die Einstellung eines Tierwärters oberste Priorität. Der 71-Jährige ist für den Unterhalt des Parks mit seinen rund 200 Tieren verantwortlich. Müller verbringt jeden Tag mehrere Stunden auf dem Gelände. Mittlerweile ist ihm der Aufwand zu viel geworden. Müller möchte lieber heute als morgen kürzertreten.

Was für ihn klar ist: Findet man bis zur nächsten Generalversammlung des Vereins keine Lösung, würde dies das Ende des Parks, der jährlich Tausende von Besuchern anlockt, in seiner bestehenden Form bedeuten.

Um dies abzuwenden, soll eine ausgebildete Fachperson künftig Müllers Arbeit übernehmen und weiterführen. Das Problem ist die Finanzierung. Für einen Tierwärter oder eine Tierwärterin fallen jährliche Nettokosten von rund 100 000 Franken an, rechnet Müller vor. «Unser Verein ist nicht in der Lage, diesen Betrag zu stemmen.»

Darum hat er namhafte Vertreter aus dem Ort an einen Tisch geholt, um ihnen die Dringlichkeit klar zu machen. Der Gruppe gehören unter anderem Personen aus der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach, der ansässigen Tourismus AG, der Ortsbürgergemeinde und der Gemeinde an.

Letzte Woche fand in Bad Zurzach im Café Restaurant Maier eine Sitzung statt, die nach Ansicht von Pius Müller hätte Klarheit schaffen sollen. Seine Erwartungen seien bedauerlicherweise enttäuscht worden. Man sei noch keinen Schritt weiter, beklagt er. Anders beurteilt man den Stand der laufenden Gespräche in der Projektgruppe.

Peter Albiez von der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach sieht den Fortbestand des Tierparks im Unterschied zu Müller nicht in Gefahr. Er appelliert zu einer gewissen Gelassenheit. Die Aufgabe der Gruppe sei es, die Anlage auf ihre Wirtschaftlichkeit hin zu prüfen und ein entsprechendes Konzept zu verabschieden. Das sei an der besagten Sitzung in Form eines Massnahmenplans geschehen, sagt Albiez. «Wir verfolgen alle die gleiche Absicht, nämlich, dass dieses idyllische Naherholungsgebiet den Besuchern weiter zur Verfügung steht.»

Ähnlich tönt es bei der Gemeinde. «Wir sind uns der Bedeutung des Tierparks bewusst und schätzen den Einsatz von Pius Müller sehr», sagt Gemeindeschreiber Daniel Baumgartner. Man unterstütze den Verein seit Jahren, sei es finanziell oder konkret vor Ort mit Arbeiten, die das Bauamt ausführt. Es gehe nun aber darum, die weiteren Schritte sorgfältig vorzubereiten.

In diese Überlegungen gehört offenbar auch das Restaurant, das an den Tierpark angrenzt. Die Liegenschaft steht dem Vernehmen nach zum Verkauf. Besitzerin Jeannette Esslen bestätigt, dass ein Evaluationsprozess im Gang sei, der zur Zusammenführung des Tierparks mit dem Restaurant führen könnte. Momentan gebe es diesbezüglich aber keine Aktivitäten, so Esslen.

Kommt Entscheid vors Volk?

Pius Müller geht dies alles zu wenig schnell. Er habe die Leute ins Boot holen wollen, um zeitnah neue Geldquellen zu erschliessen. Seine Idee, die Bevölkerung oder Firmen aus der Region in Form eines Crowdfundings einzubeziehen, findet Peter Albiez nur teilweise zielführend.

«Das macht dann Sinn, wenn ein einzelnes Projekt, wie ein neues Gehege, finanziert werden soll.» Beim nun vorliegenden Konzept geht es in erster Linie darum, nachhaltige Ertragsmechanismen für den Verein Tierpark zu schaffen.

Das nächste Treffen ist für den 1. Mai anberaumt. Bis dahin erwartet Pius Müller überzeugende Vorschläge. Sollte dies nicht geschehen, zieht er als letzte Möglichkeit in Erwägung, an der Gemeindeversammlung im Herbst einen Antrag zu stellen. Die Stimmbürger sollten Gelegenheit erhalten, zum Tierpark Stellung beziehen zu können.

Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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