Consolata-Schwestern

Der Streit um die Consolata-Schwestern nimmt kein Ende

Die Consolata-Schwestern Bartola (rechts) und Fatima werden nach Turin zurückkehren.  Angelo Zambelli

Die Consolata-Schwestern Bartola (rechts) und Fatima werden nach Turin zurückkehren. Angelo Zambelli

Arthur Schneider, ehemaliger Ammann der Gemeinde Würenlingen, reitet eine zweite Attacke mit Bezug auf den Rückruf der beiden Consolata-Schwestern nach Turin.

In einem der az zugesandten Schreiben nimmt er den amtierenden Gemeindeammann André Zoppi sowie Roland Wormser, Verwaltungsratspräsident der WirnaVita AG, ins Visier.

Schneider verweist auf die Verträge, die von Zoppi und Wormser im Zusammenhang mit der Übernahme des Alters- und Pflegeheims zwischen der Gemeinde Würenlingen als Verkäuferin und der WirnaVita AG als Käuferin abgeschlossen wurden. Darin ist festgehalten, dass den im Alters- und Pflegeheim arbeitenden Ordensschwestern ein unentgeltliches und unbeschränktes Wohnrecht im Heim zusteht.

Das Wohnrecht bezieht sich laut Vertrag auf die per 31. Dezember 2007 benützten Räumlichkeiten im Erdgeschoss des südwestlichen Teils des bestehenden Gebäudes. Arthur Schneider, der mit einer Vollmacht der beiden Consolata-Schwestern Bartola und Fatima ausgestattet ist, weist auf den Passus hin, dass die Kosten für die allfällig notwendige Pflege der Schwestern anteilmässig zur Dauer ihrer betreuerischen Tätigkeit im Heim zwischen den beiden Vertragspartnern Gemeinde und WirnaVita AG aufgeteilt werden.

«WirnaVita beging Vertragsbruch»

Schneider zitiert in seinem Schreiben ausserdem eine Vereinbarung zwischen der Einwohnergemeinde Würenlingen und der WirnaVita AG, wonach der Andachtsraum den Heimbewohnern und der Öffentlichkeit für kirchliche Zwecke weiterhin unentgeltlich zur Verfügung stehen soll. Der WirnaVita AG aber steht das Recht zu, im Rahmen der Heimerweiterung diesen Andachtsraum an einen anderen Ort zu verlegen. Als Bedingung formuliert ist, dass der neue Andachtsraum wiederum gut zugänglich sein muss. In seinem an die az gerichteten Schreiben nimmt Schneider für sich in Anspruch, diese Auflagen kurz vor der Vertragsunterzeichnung eingebracht zu haben.
Für den ehemaligen Würenlinger Gemeindeammann und Ehrenbürger Arthur Schneider steht fest, dass die WirnaVita AG mit der Benützung von Wohnraum, der den Consolata-Schwestern zugeteilt ist, einen Vertragsbruch begangen hat. Schneider wörtlich: «Der Gemeinderat hatte Kenntnis von diesem Zimmerklau.»

Es verstehe sich wohl, so Schneidder weiter, dass der Gemeindeammann die Interessen der Einwohnergemeinde und nicht der WirnaVitaAG vertreten müsse - auch wenn er Mitglied des Verwaltungsrates der WirnaVita AG sei. Das gemeinderätliche Engagement zugunsten der Ordensschwestern habe sich sehr in Grenzen gehalten, moniert Schneider weiter. Das heutige Bedauern lasse viele Fragen offen und auch das Engagement des Vereins Pro Altersheim habe sich des Themas nicht mit Engagement angenommen.

Weder die Consolata-Schwestern noch die freiwilligen Helferinnen und Helfer in der Caféteria seien unterstützt worden, schreibt Schneider. «Der Verein lebt an der Realität und an den Begehren der Einwohnerschaft und der Pensionärinnen und Pensionäre vorbei». Deshalb sei die Existenzberechtigung des Vereins zu hinterfragen.

«Nicht auf Würenlinger Kurs»

Abschliessend kritisiert Schneider, dass sich die in den Medien gemachten Äusserungen der Heimleitung mit den Verhaltensweisen und Äusserungen im Heim nicht decken. «Die vielen Reaktionen zeigen auf, dass diese Persönlichkeiten nicht auf Würenlinger Kurs sind. Das Vertrauen ist zerstört. Was sind die Konsequenzen?»

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