Die Grösste steht in Leuggern, die vielleicht Schönste in Tägerig. 150 neue Orgeln wurden seit 1970 in der renommierten Werkstatt im Weiler Eien gefertigt. Eine Rangliste seiner Lieblingswerke will Armin Hauser nicht erstellen. In allen steckt sein Herzblut drin. «Es ist, als wären sie meine Kinder», sagte er einmal.

Nun ist die Zeit gekommen, um loszulassen. Beim 40-Jahr-Jubiläum seiner Firma sagte er noch: «So lange ich noch kann, will ich weiterarbeiten.» Damals war Hauser bereits 69-jährig. Jetzt, mit 76, hat er das Geschäft an Anton Meier aus Tägerig übergeben. Meier hat bereits die Lehre bei Hauser absolviert und ihm all die Jahre die Treue gehalten.

«Ich bin froh, dass er den Betrieb übernimmt und unsere Philosophie weiterträgt. Sonst hätte ich den Betrieb auflösen müssen. Anton ist ein Glücksfall für mich.» Schon als der heute 56-Jährige noch in der Lehre war, habe er gespürt, dass da ein möglicher Nachfolger heranwächst, sagt Hauser. Seit 37 Jahren kennen sich die beiden nun.

Die Tradition der alten Meister

Ein bisschen überlegen habe er schon müssen, ob er diese Herausforderung annehmen wolle, sagt Meier. «Ich bin keiner, der sofort Ja sagt.» Doch wie für seinen Vorgänger ist auch für ihn der Orgelbau nebst einem Beruf vor allem auch eine Berufung. Die beiden haben sich dem klassischen Orgelbau verschrieben, leben die Tradition der grossen Meister des 18. Jahrhunderts. Die Pläne werden noch von Hand gezeichnet, der Computer hat nur in der Buchhaltung, die Hausers Frau Helen macht, Einzug gehalten.

Knapp 20 Orgelbau-Firmen gibt es heute noch in der Schweiz. Viele sind Ein- oder Zweimannbetriebe. In der Hochblüte um 1990 arbeiteten in Armin Hausers Werkstatt elf Personen. Heute sind es, den Gründer eingeschlossen, deren sechs. Denn ganz loslassen will Hauser nach der Geschäftsübergabe im September nicht. Fast täglich verbringt er noch einige Stunden in der Werkstatt. «Das tut mir gut», sagt der Vater von zwei erwachsenen Töchtern, der am 30. September goldene Hochzeit feierte.

Seinen Nachfolger beschreibt er als Allrounder. Meier sei Orgelbauer, Intonateur, Zeichner, Planer, Schnitzer und Organist. «Er ist viel vielseitiger, als ich es je war.» Auch Restaurationen spielen im Betrieb eine wichtige Rolle. Eine gute Orgel, der auch Sorge getragen wird, hält 200 bis 300 Jahre. Bei dieser Lebensdauer versteht es sich, dass Aufträge für Neubauten ein rares Gut sind. Doch den guten Ruf und den Kundenkreis, den hat man sich in den letzten 47 Jahren in Eien mit einem herausragenden Klang erarbeitet.