Als Cynthia an Leukämie erkrankte, wurde nicht nur der behandelnde Arzt, Dr. Manfred Gartner tätig (die AZ berichtete). Gross war die Anteilnahme auch beim SC Zurzach, wo Cynthias Bruder Fussball spielt. Rita Caldas, die Wirtin des Clubhauses in der Barz, wurde aktiv: Gemeinsam mit zahlreichen Helferinnen und Helfer, vorwiegend aus der portugiesischen Gemeinschaft der Region, stampfte sie ein Solidaritätsfest aus dem Boden, dessen Erlös vollumfänglich der Familie zugutekommen wird. Unterstützung fand sie beim SC selbst, bei der Gemeinde Bad Zurzach und bei zahlreichen Sponsoren, die Sachspenden und Tombolapreise beitrugen.

Ursprünglich rechnete man mit 100 bis 120 Gästen. Doch die Verbreitung via Social Media und öffentliche Medien sorgten für Zulauf: Im Laufe des Freitags stiegen die Anmeldungen auf über 400. Und Matthias Fässler, der Präsident des SC Zurzach, wurde langsam nervös: Bei dem Medienecho konnten es gut und gern das Doppelte werden. Ob man dem Ansturm gewachsen sein würde? Die Gäste tröpfelten langsam ein. Schliesslich kamen die meisten direkt von der Arbeit.

Doch ab 19 Uhr füllten sich die Tische – und leerten sich die Töpfe. Knapp 800 Gäste waren schliesslich gekommen. Kurzerhand wurde ein weiterer Grill angeworfen, Schweinsteaks grilliert und zusammen mit Reis serviert. Und das von Freiwilligen bestückte Dessertbuffet liess keine Wünsche offen – bis nachts um halb drei konnte geschlemmt werden.

Solidaritätsfest für leukämiekrankes Mädchen

Solidaritätsfest für leukämiekrankes Mädchen

Eine 15-Jährige aus Bad Zurzach braucht dringend eine Knochenmarksspende. Am Freitag sammelte die Bevölkerung Geld für sie und ihre Familie.

Wie viel Geld genau zusammenkam, darüber wurde Stillschweigen vereinbart. Verwaltet wird es vom Vorstand des SC, der damit die nötigsten Rechnungen bezahlt, aber auch Cynthia den einen oder anderen Wunsch erfüllt.
Spendeaktion am 22. Juni

Gartner, der Arzt, der das grosse Medienecho ursprünglich ausgelöst hatte, gab den anwesenden Medien und Gästen geduldig Auskunft: Nein, die Tests zur Registrierung als Blutstammzellenspender tun nicht weh. Und auch die Spende ist in 80 Prozent der Fälle nicht schlimmer als Blutspenden. Nur in 20 Prozent der Fälle muss unter Narkose Knochenmark entnommen werden.

Spenden können Menschen zwischen 18 und 55 Jahren, wenn sie gesund sind, mindestens 50 Kilogramm schwer – aber unter einem BMI von 40. Am 22. Juni , von 16 bis 19 Uhr, können sich Leserinnen und Leser aus der Region im Spital Leuggern testen lassen. Alternativ kann das Testkit auch nach Hause bestellt werden.

Die letzten Tage habe das Rote Kreuz bereits einen Anstieg an Registrationen vermerkt, freut sich Dr. Gartner, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass die Chance extrem klein ist, dass unter den neu gewonnenen potenziellen Spenderinnen und Spendern ein Treffer gelandet wird. Zu viele Faktoren müssen stimmen. Und doch: Jede Registration erhöht weltweit die Chance auf Rettung.

Cynthia, die am Solidaritätsfest teilnehmen durfte, aber auf Wunsch der Familie abgeschirmt wurde, kennt die Fakten. Dennoch beeindruckt, wie optimistisch die Jugendliche mit der Situation umgeht. Sie hat nicht nur im Spital die Spendenkasse persönlich verziert, sie hat auch eine Diaschau gestaltet, in der sie über ihre zweite Runde Chemotherapie berichtet (die dritte startet nächste Woche). Sie schloss mit den Worten «O Cancro quere-me … mas eu não o quero mais. Der Krebs will mich, aber ich will ihn nicht mehr.»

Spenden an: Postkonto 50-4467-0 oder CH43 8070 1000 0055 3494 1, lautend auf Dina Grilo Serra, Bad Zurzach.