Siglistorf

Der Kanton Aargau hat 25 Quadratmeter an den Kanton Zürich verloren

Streitigkeiten mit der Nachbargemeinde Schneisingen sorgten im Jahr 1798 dafür, dass die Grenze um den Bauernhof herum gelegt wurde.

Am oberen Berghof in Niederweningen macht die sonst so gerade Grenze einen Knick

Streitigkeiten mit der Nachbargemeinde Schneisingen sorgten im Jahr 1798 dafür, dass die Grenze um den Bauernhof herum gelegt wurde.

Eine Vermessung mit aktuellen Methoden ergab leichte Korrekturen der Kantonsgrenze. Durch die neuen Messmethoden mussten die Grenzpunkte um fünf bis 15 Zentimeter korrigiert werden.

Der Aargau: 600 000 Menschen leben hier auf 1404 Quadratkilometern. Damit rangiert der Aargau im Vergleich flächenmässig im Mittelfeld. Bei der Bevölkerungsdichte bescheren ihm die 436 Einwohner pro Quadratkilometer einen Rang unter den Top fünf.

Grenzpunkte verschoben

Im Zuge der Neuvermessungen der Gemeinden Siglistorf und Schneisingen wurde nun die Grenze des Aargaus zum Nachbarkanton Zürich im Bereich des Eggwalds neu bestimmt. Durch moderne Messmethoden mussten die Grenzpunkte um fünf bis 15 Zentimeter korrigiert werden.

Um wie viel der Aargau dadurch grösser oder kleiner geworden ist, vermag das Departement Volkswirtschaft und Inneres aber nicht zu sagen, da sich die Parzellengrössen über die ganze Gemeinde teilweise geändert hätten.

Für den Kanton Zürich handelt es sich um ein rechnerisches Plus von 25 Quadratmetern. Rechnerisch deswegen, weil man die Kantonsgrenze per se nicht verändert, sondern lediglich die Koordinaten der Grenzpunkte neu bestimmt hat.

Katharina Weber von der Medienstelle der Baudirektion Kanton Zürich erklärt es folgendermassen: «Nehmen wir zum Beispiel an, ein unverändertes Gebäude würde nach 50 Jahren neu eingemessen.

Der Vergleich der neuen mit den alten Messungen ergibt in der Länge eine Differenz von drei Zentimetern. In diesem Fall käme niemand auf die Idee, dass das Gebäude grösser oder kleiner geworden sei. Genau dasselbe gilt für die Grösse des Kantons Zürich. Aber die Berechnung der Koordinaten mit den neuen Messungen ergibt im Rahmen der Messgenauigkeit andere Werte.»

Die alten Koordinaten stammen aus der Vermessung der Gemeinde Niederweningen in den Jahren 1969 und 1970 beziehungsweise waren im Fall von Siglistorf und Schneisingen gar nicht existent. Die dortigen Vermessungen stammen aus Zeiten, in denen man die Grenzpunkte noch nicht anhand von Koordinaten errechnete, sondern sie auf Grundbuchplänen kartierte.

In Zeiten des GPS ergeben sich folglich genauere Punkte. Distanzen lassen sich auf wenige Millimeter genau messen. So geht man von zwei übergeordneten, kantonalen Fixpunkten aus und errechnet durch bestimmte Winkel und Distanzen einen weiteren, dritten Lagefixpunkt.

Verbindung zum Satelliten fehlt

Solche Messungen werden zudem nicht mehr abgelesen und aufgeschrieben, sondern direkt durch die Messgeräte digital erfasst. Dies führe zu einer effizienteren und zuverlässigeren Arbeitsweise, so Weber weiter.

Einzig im Wald könne es auch mit dieser neuen Technik zu Ungenauigkeiten kommen: «Im Wald kann GPS aufgrund der fehlenden Verbindung zu den Satelliten, wegen Abdeckungen durch die Bäume, nur punktuell, etwa in Waldlichtungen, angewendet werden.»

So bleibt alles beim Alten. Niemand braucht sich zu sorgen, dass sein Grundstück den Kanton gewechselt haben könnte. Es ist schlicht eine Korrektion der früheren Daten um wenige Zentimeter.

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