Mindestens fünf Stimmbevölkerungen (inklusive Bad Zurzach) müssen an der Gemeindeversammlung und später an der Urne Ja sagen, um das Fusionsprojekt Rheintal+ zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

Sieben von diesen zehn Gemeinden bilden heute bereits den Gemeindeverband Verwaltung2000 (in der Grafik rot markiert). Der Verband dieser Kleingemeinden bezweckt die optimale Organisation und Erledigung der Verwaltungsarbeit. Gemeinsam haben die sieben Gemeinden rund 2700 Einwohner. Bereits im Jahr 2000 schlossen sich fünf Verbandsgemeinden zur Verwaltung2000 zusammen. Später stiessen Rekingen (2009) und Kaiserstuhl (2010) mittels Gemeindevertrag dazu. Verwaltungsstandorte sind heute Rekingen und Böbikon.

Die verschiedenen Szenarien

Es waren die Gemeinderäte der Verwaltung2000, welche die Rheintal+-Fusion vor rund fünf Jahren massgeblich angestossen haben. Doch was geschieht mit der Verwaltung2000 im Falle einer Fusion zur neuen Gemeinde Zurzach? Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Verschiedene Szenarien sind denkbar:

Falls die Fusion gelingt und alle sieben Gemeinden der Verwaltung2000 mit an Bord sind, gehört der Gemeindeverband der Vergangenheit an. Neuer Verwaltungsstandort wäre dann das heutige Bad Zurzach.

Komplizierter wird es, wenn die Rheintal+-Fusion klappt, aber nicht alle sieben Gemeinden der Verwaltung2000 zustimmen und mitmachen:

Falls zwei oder mehr der Verbandsgemeinden an der Fusion nicht teilnehmen, können sie den Gemeindeverband Verwaltung2000 aufrechterhalten.

Denkbar wäre aber auch der erneute Aufbau einer jeweils eigenen Verwaltung.

Eine Gemeinde kann auch die Zusammenarbeit mit einer Gemeinde ausserhalb des Fusionsgebiets anstreben. So könnte sich zum Beispiel Wislikofen mit Siglistorf zusammentun. Baldingen oder Böbikon könnten etwa den Anschluss ans Surbtal suchen.

Eine weitere Möglichkeit: Eine oder mehrere Gemeinden lehnen zwar die Fusion ab, suchen aber auf Vertragsbasis die Zusammenarbeit mit der neuen Gemeinde Zurzach.

Letztere Möglichkeit sei eher unrealistisch, wenn es sich um mehrere Gemeinden handeln sollte, sagt Andi Meier, Gemeindeschreiber der Verwaltung2000 und Fachbeirat der Rheintal+-Fusion. Seine Vermutung: «In der ersten Amtsperiode, also ab 2022, wird die neue Gemeinde Zurzach so mit sich selbst beschäftigt sein, dass kaum Ressourcen bestehen für einen vertraglichen Anschluss weiterer Gemeinden.» Sollte es sich aber bloss um eine Gemeinde handeln, etwa Mellikon, könne man darüber diskutieren.

Die Pionierleistung

Von den sieben Gemeinden der Verwaltung2000 empfiehlt nur der Gemeinderat Mellikons den Fusionsvertrag zur Ablehnung. Dass überhaupt über eine Fusion abgestimmt wird, hat massgeblich mit der Initiative der Verwaltung2000-Gemeinden zu tun. Sie leisteten quasi die Pionierarbeit, sorgten für die Initialzündung: Im Februar 2014 trafen sich die sieben Gemeindeammänner, um sich über eine gemeinsame Zukunft zu beraten. Dabei kamen sie zum Schluss, «dass fundierte Abklärungen bezüglich einer vertieften Zusammenarbeit bzw. eines Zusammenschlusses der Gemeinden erfolgen sollen – und dass dabei die Gemeinden der Verwaltung2000 und allenfalls weitere teilnehmen sollen».

Sie schickten einen Brief an die drei anderen Rheintal-Gemeinden. Zwar sprach damals noch niemand von einer Fusion, doch es entstand daraus die Diskussion über eine vertiefte Zusammenarbeit, die nun in der Abstimmung über den Zusammenschluss gipfelt.