Es begann mit einem Höllenritt: Regierungsrat Stephan Attiger und Gemeindeammann Adrian Baumgartner setzten sich auf ein Trike, ein dreirädriges Motorrad, und liessen sich zweimal um den Halde-Kreisel chauffieren. Damit war das Projekt nach langer Vorlauf- und zweijähriger Bauzeit offiziell eingeweiht.

Er hatte den Eindruck, der Kreisel habe etwas Schieflage, bemerkte Attiger nach der Rundfahrt, «aber solange die Schieflage nach Zürich zeigt, stört mich das nicht». Die Lacher der geladenen Gäste hatte der Regierungsrat auf seiner Seite. Und die anspruchsvolle Topografie des Gebiets hatte er damit auch gleich erwähnt.

Nachtragskredit benötigt

Die Schieflage betrifft allerdings auch die Finanzen des «Generationenprojekts», wie Gemeindeammann Baumgartner den Kreisel nennt. Es war ein Nachtragskredit notwendig, um die steigenden Kosten zu stemmen, wie Bauleiter Fabian Imhof bestätigt.

Möglich auch, dass für die Kreditvergabe etwas zu optimistisch gerechnet wurde. Bei Baubeginn sollten die Kosten sieben Millionen Franken betragen, wovon fünf Millionen der Kanton und die restlichen zwei Millionen die Gemeinde und die Firma Bucher übernehmen.

Regierungsrat Attiger sprach nun bei der Einweihung von Gesamtkosten von acht Millionen. Im Jahresbericht 2014 des Departements Bau, Verkehr und Umwelt werden die Gesamtkosten mit 8,423 Millionen Franken beziffert.

Noch steht nicht abschliessend fest, wie hoch die Kosten effektiv sein werden. Die ungefähre Verteilung lautet aber wie folgt: Fünf Millionen zulasten des Kantons, zwei Millionen zulasten der Gemeinde und eine Million plus der Kreiselschmuck zu Lasten der Landmaschinen- und Maschinenbau-Firma Bucher. «Durch die Projektanpassungen ergab sich eine stolze Bausumme», meinte Attiger zu den rund acht Millionen Franken.

Mehrkosten verursachte vor allem der schlechte Bau- respektive Untergrund, der weniger stabil als erhofft war. Aber auch Lärm- und Wasserschutzmassnahmen trieben die Kosten in die Höhe. Die Gemeinde Schneisingen rechnete für den «Worst Case» mit Mehrkosten von 500 000 Franken. Wie es aussieht, trifft dieser aber nicht ein. Gemeindeammann Baumgartner geht von 200 000 bis 300 000 Franken Mehrbelastung für die Gemeindekasse aus.

Trotz aller Nebengeräusche war am Freitag vor allem auch Erleichterung spürbar. «Dieser Kreisel ist eine runde Sache, es ist ein gutes Gefühl, ihn nach so vielen Jahren einzuweihen», sagte Stephan Attiger und fügte an: «Trotz aller Holpersteine und Herausforderungen war dieses Projekt ein guter, richtiger Entscheid.» Der Regierungsrat machte darauf aufmerksam, dass sich in den acht Jahren vor Baubeginn an dieser Stelle 35 Unfälle mit 32 Verletzten ereignet hatten.

Kreiselschmuck fehlt noch

Bauleiter Fabian Imhof nannte den Halde-Kreisel mit seinen 36 Metern Durchmesser den «Königskreisel des Surbtals». Noch fehlt diesem allerdings das Krönchen. Letzten Herbst hat die Firma Bucher den Auftrag für dessen Gestaltung ausgeschrieben. Die Gemeinde Schneisingen reichte anschliessend das Siegerprojekt beim Kanton Aargau ein. Doch dieser wollte das Projekt so nicht genehmigen. Das eingereichte Projekt sah acht Stelen aus Stahlblech vor, in die verschiedene Motive zum Thema Arbeit wie ein Traktor, eine Saftpresse und eine Putzmaschine eingefräst wären. Problematisch am Projekt war dabei der Bucher-Schriftzug. Im Kanton Aargau ist nämlich Werbung an öffentlichen Bauten verboten. Auch der Kompromiss-Vorschlag mit kleinerem Schriftzug wurde abgelehnt.

Neu liegt nun die Variante mit noch sechs Stelen vor. Jene beiden mit dem Schriftzug der Firma wurden weggelassen. Im Frühling soll der definitive Kreiselschmuck den «Königskreisel» endlich zieren. Die Firma Bucher wird sich das
einen «anständigen fünfstelligen Betrag» kosten lassen, sagt Jack Marcolin, Leiter Immobilien. Bis es soweit ist, steht, passend zur Jahreszeit, ein Tannenbaum auf dem Erdhügel.