Um 18.46 Uhr ist es soweit: Schiedsrichter Alessandro Cucco beendet die Partie auf dem Sportplatz Wilmatten in Lenzburg und aufseiten des FC Klingnau brechen alle Dämme. Die Städtli-Kicker feiern dank zehn Siegen in den letzten elf Spielen doch noch den Aufstieg.

Dies, nachdem sie nach zwei Rückrundenspielen bereits zehn Punkte hinter dem FC Kölliken lagen. Genau diesem FC Kölliken ging auf der Zielgeraden die Konstanz ab. Er verliert auch im letzten Spiel. Dies gegen den bereits als Absteiger feststehenden FC Aarau II und zwar gleich mit 1:5!

Thaqaj schraubt sein Torekonto auf 30

Den Klingnauern ist dies herzlich egal, sie hatten sich sowieso vorgenommen, sich auf sich selbst zu fokussieren und nicht darauf, was auf anderen Plätzen läuft. Das ist früh zu sehen. Bereits nach acht Minuten klingelt es ein erstes Mal. Shqiprim Thaqaj zimmert einen Schuss aus halblinker Position unter die Latte und lässt seine Farben ein erstes Mal jubeln. Es ist der 30. Saisontreffer des Stürmers.

Das Stürmerduo Shqiprim Thaqaj (links) und Nexhdet Gusturanaj war für über die Hälfte aller Klingnauer Saisontore verantwortlich. Ihr Anteil am Gewinn des Aargauer Meistertitels ist enorm.

Das Stürmerduo Shqiprim Thaqaj (links) und Nexhdet Gusturanaj war für über die Hälfte aller Klingnauer Saisontore verantwortlich. Ihr Anteil am Gewinn des Aargauer Meistertitels ist enorm.

Nach einer knappen halben Stunde kann der FC Klingnau seine Führung ausbauen. Nexhdet Gusturanaj, Thaqajs Sturmpartner, darf an der Strafraumgrenze einen Freistoss treten und verwandelt diesen direkt. Der Ball passt haargenau in die linke obere Torecke – ein fantastisches Tor.

Gusturanaj entscheidet das Spiel

Mit der Führung im Rücken fühlt sich der FC Klingnau wohl. Mit einem Punktgewinn realisiert der Aufstieg, der seit drei Jahren immer wieder ein Thema war im Städtli. In den letzten beiden Saisons hatte es jeweils nicht ganz gereicht.

Dass der FC Lenzburg aber auch stattfindet, zeigt sich spätestens nach 66 Minuten, als dank dem eingewechselten Andrija Petrusic der Anschlusstreffer zum 1:2 fällt. Nervosität verspüren die Gäste aber nicht, im Gegenteil. Drei Minuten später stellen sie in der Person von Nexhdet Gusturanaj den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her.

In den letzten Zügen des Spiels hätte Gusturanaj seinen persönlichen Hattrick noch perfekt machen können. Er durfte zum Penalty antreten, sah diesen aber vom glänzend reagierenden Lenzburger Schlussmann Dominik Stutzer abgewehrt. Dies stört die Klingnauer im Endeffekt aber ebenso wenig wie das zweite Gegentor. Am Ende feiern sie den Aufstieg, völlig verdient.

Kovacevic dankt ab

Der gefeierte Mann ist neben Doppeltorschütze Gusturanaj der scheidende Aufstiegstrainer Danijel Kovacevic. Doch dieser gibt die Lorbeeren gleich weiter – an seinen Trainerkollegen Goran Duvnjak und an Teambetreuer Daniel Ferrari sowie sein Team: «Wenn wir nicht alle am gleichen Strick gezogen hätten, wäre dieser Aufstieg nicht möglich gewesen.»

Nach zweieinhalb Saisons in Klingnau wird er zum VfB Waldshut wechseln. Seinem Nachfolger, Gianluca Pasanisi, wünscht er für die neue Saison in der 2. Liga interregional nur das Beste. Dankbar ist er auch dem Vorstand, dass dieser ihm den Einstieg ins Trainerleben damals nach der Trennung von Radi Schibli ermöglich hat. Ob Danijel Kovacevic dereinst auch einen solchen Kultstatus geniesst wie sein Vorgänger?