Manege frei! In dieser Woche startet in der Schweiz die Zirkus-Saison. Den Anfang macht heute Freitag der Circus Royal in der Ostschweiz, gefolgt vom Circus Nock nächste Woche in Frick und dem Circus Knie am 16. März in seinem Heimquartier in Rapperswil-Jona.

Apropos: Der National-Circus gastiert bis im November in 41 Städten und Orten. Neben den bekannten Stationen Zürich, Basel oder Lausanne macht die Truppe von Direktor Franco Knie vom 6. bis 8. Juni auch wieder einmal im Zurzibiet Halt, genauer in Klingnau – dem kleinsten Ort im diesjährigen Knie-Tourneekalender.

Warum der Zirkus seine Zelte ausgerechnet wieder einmal im Städtchen am Ostufer des Stausees aufschlägt, hat verschiedene Gründe. «Neben den traditionellen Spielstätten nehmen wir immer wieder weniger bekannte Orte ins Programm», sagt Knie-Pressesprecherin Jessica Künzle. Zudem habe Klingnau eine lange Zirkus-Tradition. Das letzte Gastspiel des National-Circus im unteren Aaretal liegt allerdings 19 Jahre zurück – das war 1997.

Wer den Zuschlag erhalten möchte, muss die entsprechenden Richtlinien erfüllen. Massgebend für ein mögliches Gastspiel seien die Platzverhältnisse, so Künzle. Für seinen Tross benötigt der Zirkus eine Fläche von 30'000 Quadratmetern, was mehr als vier Fussballfeldern entspricht, um das Zelt, die Restauration, den Zoo und den Wagenpark aufzustellen. Die Griewiese, die sinnigerweise auch Zirkuswiese heisst, bringt die nötigen Voraussetzungen mit.

Dennoch musste man sich in Klingnau bis zur definitiven Zusage gedulden. 2014 hat die Gemeinde die Fühler ausgestreckt. «Wir haben den Knie im Rahmen des 775. Jubiläumsjahrs angefragt. Leider stand der Tourneeplan damals schon fest», erklärt die zuständige Gemeinderätin, Elvira Mrose. «Mit zweijähriger Verspätung hat es jetzt doch noch geklappt», freut sie sich.

8000 Besucher an drei Tagen

Die Vorbereitungen auf das Grossereignis sind im Gang. Das Kleinstädtchen im unteren Aaretal macht sich für das Grossereignis bereit. Die Gemeinde steht mit den Knie-Verantwortlichen seit längerem in Kontakt. «Was jetzt noch fehlt, ist einzig das Parkierungskonzept», so Elvira Mrose. Logistisch läuft alles nach Plan.

Eine andere Frage ist, ob sich Klingnau als Standort eignet, um vier Vorstellungen zu füllen. «Ein unternehmerisches Risiko ist immer dabei», sagt Jessica Künzle. Die vier Aufführungen bieten Platz für insgesamt über 8000 Besucher. Die Gefahr eines Flops minimiert sich für den Knie insofern, weil zwei Vorstellungen ausgelagert werden. Die ersten beiden Tage laufen über die Rechnung der Raiffeisenbanken Böttstein und Aare-Rhein. Im Rahmen des 100-Jahr-Jubiläums bietet die Bank ihren Mitgliedern eine ganze Reihe von Anlässen an. Darunter eine Fussball-EM-Lounge in Döttingen, ein Konzert des Jugend-Sinfonieorchesters in Bad Zurzach und eben den Circus Knie.

Stefan Bürkli, der dem Projektteam angehört, lässt durchblicken, dass das Engagement des Knies ein finanzieller Kraftakt sei. «Wir wollen unseren Mitgliedern im Jubiläumsjahr aber etwas bieten.» Ob das gelingt, dürfte insbesondere von der Attraktivität des Programms abhängen. Namen von früheren Publikumslieblingen wie Emil, «Flügzüg», Dimitri oder Ursus und Nadeschkin sucht man in diesem Jahr vergeblich. Doch Jessica Künzle beruhigt: «Wir bieten auch dieses Mal das Beste aus aller Welt.» Angeführt wird der Reigen von Star-Clown David Larible.