«Die dort mit den Leoparden-Flecken?», will das Mädchen am Fernrohr wissen. «Ja, das ist die Löffelente», erklärt Rosemarie Widmer, die einen der sechs Posten am Sponsorenlauf Junior Birdrace betreut. «Und dort, diese wunderschöne Ente, das ist eine Krickente.» Um den Posten haben sich Kinder der Jugendgruppe «Bözberger Fledermäuse» mit ihrem Leiter Michael Zinniker versammelt. «Das ‹Junior Birdrace› gibt uns eine gute Gelegenheit, Vögel kennenzulernen», sagt er. «Wobei es in unserer Gruppe nicht ausschliesslich um Vögel geht, sondern um die Natur allgemein.»

Spezieller Sponsorenlauf

Am «Junior Birdrace» dreht sich alles um die Vögel. «Statt um Kilometer geht es bei diesem Sponsorenlauf um beobachtete Vogelarten», sagt Lea Reusser, Verantwortliche für das «Birdrace» und ehrenamtliches Mitglied der Kommission Projekte bei Birdlife Aargau, zum Sponsorenlauf für das Naturzentrum. «Gezählt, und von den privaten Sponsoren der Teilnehmenden vergütet, wird nicht die Distanz, sondern die Anzahl der gesichteten Vogelarten.»

Vor dem einstigen Wohnhaus, das zum Naturzentrum ausgebaut werden soll, geben Gertrud Hartmeier, die Präsidentin von Birdlife Aargau, und Geschäftsführerin Kathrin Hochuli Auskunft über den Stand des Vorhabens. «Wir sind zuversichtlich, noch vor den Sommerferien das Baugesuch einreichen zu können», erklärt Gertrud Hartmeier. Kathrin Hochuli sagt: «Von den erforderlichen Gesamtmitteln von 1,9 Millionen Franken sind bis jetzt rund 1,5 Millionen Franken vorhanden.» Sie stellt aber auch fest: «Ebenso wichtig wie der Erlös des ‹Junior Birdrace› ist uns, dass die Kinder einen tollen Tag am Stausee erleben. Wir führen zum ersten Mal ein ‹Junior Birdrace› durch. Wir haben aber das Gefühl, dass wir das künftig jährlich machen werden. Mit dem Naturzentrum werden wir dafür eine tolle Basis haben.»

Etwas unterhalb des Beobachtungsturms richtet eine Gruppe Kinder die Feldstecher auf den Stausee. Alle tragen weisse Mützen mit der Aufschrift «JG Wendehals». «Ich habe eine Blaumeise gesehen», sagt ein Bub und will wissen: «Kann ich die auch eintragen?» «Selbstverständlich», entgegnet Jürg Matt, der die Gruppe aus dem unteren Fricktal einst ins Leben gerufen hatte und sie jetzt zusammen mit Tirza Niklaus ans «Birdrace» begleitet. Und schon gibt’s wieder ein Kreuzchen auf der Artenliste und damit einen Beitrag ans Naturzentrum.

«Wir sind zufrieden», stellt Lea Reusser später, nach Abschluss des ersten «Junior Birdrace», fest. «Offiziell gestartet sind rund 30 Teilnehmende, meist Familien, Eltern oder Grosseltern mit einem Kind. Aber auch zwei Birdlife-Jugendgruppen waren dabei.» Gesichtet worden sind jeweils zwischen 21 und 38 Vogelarten. «Insgesamt beläuft sich der Erlös auf rund 2200 Franken. Dieser Betrag wird durch die Holcim verdoppelt,» sagt Lea Reusser.