Zerrbild

Das Zurzibiet wird in der neuen NAB-Studie über Wert verkauft

Im kantonalen Vergleich liegt Brugg/Zurzach in der NAB-Studie hinter der Region Baden sogar auf dem Platz 2. (Archiv)

Im kantonalen Vergleich liegt Brugg/Zurzach in der NAB-Studie hinter der Region Baden sogar auf dem Platz 2. (Archiv)

In der neuen NAB-Studie gehört die Region Brugg/Zurzach zu den Wachstumsgebieten im Kanton. Ein Zerrbild: Das Zurzibiet ist von einem Boom weit entfernt.

Die Zahlen klingen gut. Fast zu schön, um wahr zu sein. Die Region Brugg/Zurzach belegt in der Studie der Neuen Aargauer Bank (NAB) bei der Standortqualität schweizweit den erstaunlichen 20. Rang von 110 Regionen und hat sich gegenüber dem letzten Jahr um drei Plätze verbessert. Im kantonalen Vergleich liegt Brugg/Zurzach hinter der Region Baden sogar auf dem Platz 2.

Bei genauerer Betrachtung hält die Bewertung den tatsächlichen Kräfteverhältnissen nicht stand. Während die Region Brugg mit ihrer räumlichen Entwicklung im Birrfeld als wirtschaftlichen Treiber kräftig zulegt, hat das Zurzibiet mit den zunehmend schwierigeren Rahmenbedingungen zu kämpfen. «Die beiden Regionen in der Studie zusammenzulegen und 1:1 zu vergleichen, macht unter diesen Vorzeichen wenig Sinn», sagt Peter Andres, Geschäftsführer des Dachverbandes Wirtschaftsforum Zurzibiet.

Felix Binder, Präsident des Gemeindeverbands Zurzibiet Regio: «Wir sind froh, wenn wir im kantonalen Vergleich Durchschnitt sind.»

Felix Binder, Präsident des Gemeindeverbands Zurzibiet Regio: «Wir sind froh, wenn wir im kantonalen Vergleich Durchschnitt sind.»

Dieser Einschätzung pflichtet Felix Binder bei. «Wir sind froh, wenn wir im kantonalen Vergleich Durchschnitt sind», sagt der Präsident des Gemeindeverbands Zurzibiet Regio. Aktuelle Zahlen liegen diesbezüglich zwar nicht vor. Die Frankenstärke schüttelt die Region mit ihrer Grenznähe aber besonders kräftig durch. Die Gewerbetreibenden entlang dem Rhein beklagen Umsatzeinbussen von bis zu 30 Prozent.

Die Region Brugg/Zurzach legt gemäss der Studie im Bereich «Bildung und Arbeitsmarkt» mit der guten Erreichbarkeit und durch ihre Steuerattraktivität zu. Auch in diesem Bereich klaffen zwischen den beiden Gebieten erhebliche Unterschiede. Beispielsweise beim Verkehr: «Das Birrfeld hat verkehrstechnisch mit den Autobahnanschlüssen die deutlich bessere Ausgangslage als das Untere Aaretal», sagt Felix Binder. Kurzfristig wird sich an dieser Situation nichts ändern. «Wir kämpfen aber mit der Regierung, damit diese Region in absehbarer Zeit eine bessere Anbindung ans Mittelland erhält.»

Im regionalen Arbeitsmarkt wachsen laut der Studie die Unternehmensdienstleistungen überdurchschnittlich stark. Beim Branchenmix sind die Elektrotechnik, Elektronik und Uhren sowie Forschung und Entwicklung die Zugpferde. Stark ins Gewicht fällt die hohe Hightech-Prägung. Auf der anderen Seite nimmt die Nachfrage in der klassischen Industrie sowie im Handel und Verkauf ab. Zwei Sparten, die im Zurzibiet traditionell stark verankert sind. Vor diesem Hintergrund hält sich die Freude über das aktuelle Ranking im Rhein-, Aare- und Surbtal in Grenzen.

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