Der Regierungsrat plant, mehrere Posten der Kantonspolizei (Kapo) zu schliessen. Statt wie bisher an 17 Standorten soll sie künftig nur noch an 9 Stützpunkten im Kanton präsent sein. Als Verliererin der geplanten Reorganisation sieht sich der Bezirk Zurzach, wo die Kantonspolizei derzeit noch an zwei Standorten präsent ist, in Bad Zurzach und Klingnau. Beide Posten sollen gemäss Plänen des Kantons künftig wegfallen.

Der Gemeindeverband Zurzibiet Regio wehrt sich nun in einer Stellungnahme an den Kanton gegen den geplanten Abbau. «Die Zurzibieter Gemeinden fordern, dass mindestens einer der beiden Posten erhalten wird. Wir favorisieren eine zentrale Anlaufstelle in Klingnau.» Dort befindet sich der Posten der Regionalpolizei Zurzibiet.

Der Führungsausschuss der Regionalpolizei Zurzibiet hat sich im Rahmen der Anhörung bereits negativ zur Schliessung der beiden Polizeiposten geäussert, der Gemeindeverband doppelt nun nach. Präsident Felix Binder erklärt: «Aus unserer Sicht kann man es sich nicht leisten, eine so grosse Fläche wie das gesamte Zurzibiet ohne kantonspolizeiliche Anlaufstelle zu lassen. Die Stützpunkte Brugg und Baden sind sehr weit weg, die entsprechenden Zufahrtsstrassen sind häufig überlastet. Die Eingreifzeit von 15 Minuten kann ganz sicher nicht gewährleistet werden.»

Grund für die Reorganisation sind der Spardruck und veränderte Rahmenbedingungen (die az berichtete). Definitiv ist der Entscheid noch nicht – der Regierungsrat wird ihn Ende Jahr nach Anhörung der Gemeinden und Regionalpolizeien fällen. Das Departement Volkswirtschaft und Inneres erklärte, die Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum soll trotz weniger Standorte nicht etwa abgebaut, sondern sogar erhöht und die Patrouillentätigkeit verstärkt werden.

Geschwächtes Sicherheitsgefühl

«Wir teilen die Auffassung nicht, dass ein Kontakt zur Kantonspolizei immer noch gleich einfach ist wie bisher», erklärt Felix Binder. Das subjektive Sicherheitsgefühl sei von grosser Bedeutung, und gerade in einer Grenzregion wie dem Zurzibiet müsse die entsprechende Sicherheitsinfrastruktur zur Verfügung gestellt werden. Vor allem auch die bestehenden und geplanten Asylzentren wirkten sich sehr ungünstig und belastend auf das Sicherheitsgefühl der Zurzibieter Bevölkerung aus.

Für ältere, alleinstehende Personen ohne Auto sei es «schlichtweg inakzeptabel», einen Posten in Brugg oder Baden aufsuchen zu müssen. Die Regionalpolizei mit ihrem Posten in Klingnau übernehme bereits jetzt Fälle, die nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen würden, so Felix Binder. «Dies würde sich durch den Wegfall der beiden Kapo-Posten noch verstärken. Leider stellen wir in den letzten Jahren immer mehr fest, dass eine Abschiebe- respektive Verlagerungstendenz seitens des Kantons zulasten der Gemeinden stattfindet.» Die Kantonspolizei stellte bereits Mitte vergangenen Jahres den Schalterdienst an ihren beiden Zurzibieter Posten ein.

Die geplante Schliessung der Zurzibieter Kapo-Posten gehe leider einher mit einer allgemeinen Tendenz des Kantons, in den Randregionen Dienstleistungen abzubauen, sagt Felix Binder. So wurde vergangene Woche der Standort Bad Zurzach der Aargauischen Berufsberatung «ask!» geschlossen. «Bald ist der Kanton in unserem Bezirk nur noch mit dem Bezirksgericht in Bad Zurzach präsent», sagt Felix Binder.

Durch die Schliessung der Kantonspolizei-Posten erhofft sich der Kanton Einsparungen an Unterhalts- und Mietkosten in Höhe von 400'000 Franken. Kommt es zur Reduktion, wäre die Kantonspolizei künftig noch mit Posten in Aarau, Baden, Brugg, Frick, Rheinfelden, Lenzburg, Unterkulm und Zofingen sowie an einem Ort im Freiamt präsent.