Festbeiz-Konzept

Das Zurzibiet plant ein Guggenheim-Museum für die Badenfahrt

Ein Spiel aus Licht und Formen: Der markante Baum auf dem Schlossbergplatz steht im Zentrum der dreistöckigen Zurzibieter Festbeiz.

Ein Spiel aus Licht und Formen: Der markante Baum auf dem Schlossbergplatz steht im Zentrum der dreistöckigen Zurzibieter Festbeiz.

Das Guggenheim-Museum in New York dient als Ideengeber für eine dreistöckige Festbeiz an der Badenfahrt. Das Konzept der Zurzibieter überzeugt, birgt aber auch ein Risiko.

Die Augen waren gross, die Schulterklopfer zahlreich, als Lengnaus Gemeindeammmann Franz Bertschi das Konzept für die Teilnahme an der Badenfahrt 2017 vorstellte. «Das ist eine riesen Kiste, eine grosse Aufgabe, aber wir haben Freude daran», sagte der Präsident des Zurzibieter Organisationskomitees. Im März entschied der Gemeindeverband ZurzibietRegio, dass die Region erstmals seit 30 Jahren wieder an einer Badenfahrt vertreten sein soll und sprach eine Defizitgarantie über 100 000 Franken.

Die Dynamik, die das Projekt in der Zwischenzeit angenommen hat, überrascht selbst die eingefleischten Befürworter. Im März hatte es noch Gegenstimmen gegeben. Die Zweidrittelmehrheit für die Defizitgarantie kam nur knapp zustande. «Jetzt sind auch die Skeptiker im Boot», freute sich Franz Bertschi, als er am Dienstag die Gemeindevertreter informierte.

Ende Mai wurde ein zehnseitiges Konzept beim OK der Badenfahrt eingereicht. Bertschi ist überzeugt: «Es ist ein gutes und umfangreiches Konzept.» Reto S. Fuchs, Bad Zurzachs Gemeindeammann und im OK für die Gastwirtschaft zuständig, sagt gar: «Die Reaktionen des Badenfahrt-OKs waren sensationell. Es freut sich, dass ein ganzer Bezirk mitmachen will.» Zurzibiet Regio schreibt in einer Mitteilung: «Eine erste Rückmeldung von offizieller Seite enthielt eine Gratulation zum gelungenen Konzept.» Im September werden die Badenfahrt-Macher entscheiden, wer welchen Standplatz zugewiesen erhält.

Mitten auf dem Schlossbergplatz

Bis dahin müssen die Zurzibieter zittern. Denn das aufwendige Projekt birgt auch ein grosses Risiko. Als Standort kommt nur der Schlossbergplatz infrage. Oder noch präziser: Der Bereich beim markanten Baum vor dem Manor-Eingang. Das ideenreiche und inhaltlich wie baulich anspruchsvolle Projekt sieht eine Gourmet-Festbeiz auf drei Stockwerken vor. Im Zentrum der Rondelle, die nach oben führt, steht besagter Baum. «Wenn wir den Platz nicht bekommen, können wir mit der Planung wieder von vorne beginnen», sagt Franz Bertschi. Wie viele sich für diesen Standplatz beworben haben, ist ihm nicht bekannt.

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Ideengeber und Gestalter ist das Architekturbüro Sidler in Baden. Die Rondelle erinnert an das Guggenheim-Museum in New York. Damit wird eine Verbindung hergestellt zu einer original Zurzibieter Familie: Die amerikanische Guggenheim-Dynastie hat ihre jüdischen Wurzeln in Lengnau. Auch dem Motto «Versus» der Badenfahrt wird Rechnung getragen: Durch das Einbinden des Baums wird die Landgegend Zurzibiet mit der Stadtregion Baden verbunden. Auf der Brüstung sollen dereinst die Wappen der Zurzibieter Gemeinden prangen.

Täglich eine Wildsau am Spiess

Das kulinarische Angebot im PowerTower umfasst verschiedene Menü-Ideen im Sektor von Handheld-Food. Es sollen Speisen und Weine aus dem Zurzibiet serviert werden, etwa Zander aus Baldingen oder Champignons aus Full. Als Höhepunkt wird täglich eine Zurzibieter Wildsau am Spiess gebraten. Der zehntägige Auftritt zwischen dem 18. und 27. August 2017 soll das «Wir-Gefühl» im Zurzibiet festigen, die gemeinsam geführte Festbeiz die gemeinde- und vereinsübergreifende Zusammenarbeit fördern und nicht zuletzt soll der Auftritt die Marke «Zurzibiet» profilieren und das Zielpublikum der «Region Baden» für das Zurzibiet begeistern. Oder wir Reto S. Fuchs sagt: «Wir sind jemand, und wir sind stolz aufs Zurzibiet.»

Klar ist aber auch, dass die ganze Sache nicht billig wird. «Wir brauchen Sponsoren und Geldgeber, sonst können wir das trotz Defizitgarantie nicht stemmen», sagt Franz Bertschi. Auch auf die Mithilfe der Vereine ist man angewiesen. Rund 150 Helfer werden benötigt. Die ersten Rückmeldungen seien äusserst positiv.

Vereine, Gruppen oder Gemeinden können den PowerTower an gewissen Tagen und zu gewissen Uhrzeiten auch für Anlässe mieten. So seien etwa Ortsbürger- oder Jungbürgerfeiern denkbar. Eine Bühne im ersten Stock bietet eine Plattform für Events. Für die Unterhaltung zeichnen im OK Klingnaus Gemeinderätin Elvira Mrose und Schneisingens Ammann Adrian Baumgartner verantwortlich.

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