TV Endingen

«Das will ich auch mal können»: Erstklässler trainieren mit Profis

NLA-Topskorer besuchen die Jüngsten des TV Endingen. Für deren Förderung spannen elf Vereine zusammen. Das Ziel ist es, den Jugendlichen eine möglichst optimale Ausbildung auf höchstem Niveau zu ermöglichen.

«Das will ich auch mal können», flüstert einer der Knirpse seinem Kollegen ins Ohr. Die beiden gehen gerade einmal in die erste Klasse. Und das mit dem Fangen und den Ball weiterspielen klappt noch nicht immer. Aber so einigermassen kriegen sie es mittlerweile hin. Wenn auch noch nicht so gut und geschmeidig wie Endingens Captain Christian Riechsteiner und sein Bruder Lukas, die beide auch seit Kindsbeinen beim TV Endingen spielen und jetzt im Fanionteam seit Jahren zu den Leistungsträgern gehö­ren.

Für die vielen Kinder im Training von Marc Schurgast ist es natürlich ein Traum, auf den sie aber bereits gezielt hintrainieren, auch einmal in der ersten Mannschaft aufzulaufen. Begonnen hat alles mit Handball im Surbtal mit Heinz Schärer. Jahrzehntelang bildete er die Kinder aus. Manche schafften es ins Fanionteam, einige gar in die Nationalmannschaft. Wie sein Sohn Stefan, der auch Fahnenträger des olympischen Teams wurde. Vor fünf Jahren hat Marc Schurgast mit einem neuen Trainerteam von Schärer und Werner Pissoke die Junioren übernommen. Bereits in der U9 trainieren die Erstklässler das Passen, Fangen und Werfen mit dem Handball.

So soll der Nachwuchs in der Region bleiben

Bis zur U13 spielen die Kinder noch gemischt im Kinderhandball, danach geht es bereits in die U15, die im Moment der langjährige NLA-Spieler Stef Künzi trainiert und die in der höchsten Elite-Kategorie auch national ganz vorne mitmischt. In dieser Zeit beginnt aber auch für zahlreiche Jugendliche der Spagat zwischen Ausbildung und Training. Und zudem werden die Talentspäher aus den grossen Klubs auf die Junioren aus dem Surbtal aufmerksam – und versuchen, sie aktiv abzuwerben.

Verhindern lässt sich dies auch in Zukunft nicht. Aber zumindest eindämmen, hoffen die elf Vereine aus der Region, die für die HSG Aargau Ost zusammenspannen. Denn ab der U15 werden die besten Jungs und ab der U14 die besten Mädchen aus den elf Vereinen zusammengezogen und gehen als HSG Aargau Ost auf Torejagd. Das Ziel ist es, den Jugendlichen eine möglichst optimale Ausbildung auf höchstem Niveau zu ermöglichen. «Und so auch die Junioren bei uns in der Region zu behalten», erklärt Schurgast. «Denn im Moment sieht man praktisch in jedem NLA-Verein aktive Spieler, die in unserer Region ausgebildet wurden.»

Der weite Weg war für einen kurzen Moment greifbar

So weit denken die Erstklässler in diesem speziellen Training noch nicht. Sie können nicht nur Vit Schams, der Goalie der ersten Mannschaft bestaunen, der regelmässig dabei ist, sondern auch noch den kanadischen Profi Justin Larouche. Er zeigt ihnen einige Tricks und Würfe. Nach dem Training wird er mit Fragen gelöchert, die er geduldig auf Französisch und Englisch beantwortet. An seinem Deutsch muss er noch feilen. Genau wie die Knirpse an ihrer Schusstechnik. Aber für einen kurzen Moment war der weite Weg von der U9 in die erste Mannschaft ganz nahe und greifbar.

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