Klingnau

«Das war für uns ein Glücksfall»: Das Traditionsrestaurant Rebstock wird weiblich

Kornkanok Diener (l.) und Suchiraphaphon Bläuenstein in der neuen Rebstock-Bar.

Kornkanok Diener (l.) und Suchiraphaphon Bläuenstein in der neuen Rebstock-Bar.

Zwei Freundinnen übernehmen den «Rebstock» im Klingnauer Städtchen – trotz schlechter Vorzeichen. Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit erfüllen sie sich einen gemeinsamen Traum.

Der «Rebstock» ist den meisten Klingnauern ein Begriff. Das Lokal besteht nachweislich schon seit dem 15. Jahrhundert. Ebenso wechselvoll ist seine jüngere Geschichte.

Nach dem Grossbrand vom April 2010 und dem Wiederaufbau, zog zunächst ein Café, dann eine Pizzeria und anschliessend ein spanisches Restaurant ein. Ohne nachhaltigen Erfolg: Zuletzt schloss auch Wirt Ali Onurlu nach nur zwei Monaten die Tore.

Nun versuchen die beiden Frauen Kornkanok (kurz Ben) Diener aus Eglisau und Suchiraphaphon (kurz Poo) Bläuenstein aus Endingen im Rebstock ihr Glück. Sie entschieden sich dabei bewusst gegen ein Restaurant und für eine Bar/Lounge. «Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es schwierig ist, wenn es zu viele Restaurants in einem kleinen Städtchen gibt, deshalb wollen wir in Klingnau etwas anderes bieten», sagt Bläuenstein.

Mit der eigenen Bar wird ein langersehnter Wunsch wahr

Die beiden ursprünglich aus Thailand stammenden Geschäftsführerinnen sind trotz der zuletzt vielen Wechsel voller Vorfreude. «Es war schon lange unser Wunsch, eine eigene Bar/Lounge zu eröffnen», sagt Bläuenstein. Die beiden Freundinnen gehen gerne zusammen in den Ausgang und sammelten so über Jahre Ideen für eine ei­gene Bar. Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit erfüllen sie sich einen gemeinsamen Traum.

Die beiden Frauen haben lange nach einem geeigneten Lokal gesucht. «Dass dann der Rebstock frei wurde, war für uns ein Glücksfall», sagt Bläuenstein. Den Namen «Rebstock» haben die Geschäftsführerinnen bewusst behalten. «Er ist den Leuten ein Begriff», sagt Ben Diener.

Geschäftsführerinnen in der Bevölkerung bekannt

An gastronomischer Erfahrung mangelt es den beiden nicht. Poo Bläuenstein hat in Thailand lange in verschiedenen Restaurants gearbeitet. 2005 entschied sich die 48-Jährige, in die Schweiz zu ziehen. Der Grund? Die Liebe. Nach ihrem Umzug und einiger Jahre Berufstätigkeit übernahm Bläuenstein mit einer anderen Freundin zusammen das Badi-Bistro in Klingnau, welches sie seit vier Jahren führen und weiterhin betreiben.

Ursprünglich in Thailand in einem Bangkoker Hotel als Rezeptionistin tätig, arbeitete Ben Diener in der Schweiz zehn Jahre in einem Personalrestaurant in Zürich und war zuständig für Service, Anlässe und Catering. Auch sie wanderte 2005 in die Schweiz aus. Neben ihrer Tätigkeit in Zürich half die 43-Jährige ihrer Freundin Poo regelmässig im Badi-Bistro aus. Heisst, die beiden Geschäftsführerinnen sind der Klingnauer Bevölkerung bereits bekannt als gute Köchinnen von thailändischen-, aber auch Schweizer Gerichten.

«Themenabende» mit Menus und Buffet

Die Inneneinrichtung der Rebstock Bar/Lounge ist im modernen Stil gehalten und verbreitet mit den Holzbalken und Sichtmauerwerk dennoch eine warme und gemütliche Atmosphäre. Die Beleuchtung, TV- und Musikanlage sind mit moderner Technik intelligent gesteuert.

Das Rebstock-Team bietet ein grosses Getränkeangebot mit Softdrinks, Bier, Longdrinks, Champagner, Weine, über 60 Sorten Whisky und natürlich Cocktails und auch Spezialwünsche werden gerne gemixt.

Zu den Getränken servieren die Frauen ausgesuchte Häppchen. Ausserdem beabsichtigen die beiden sporadisch «Themenabende» mit Menus und Buffet anzubieten.

Eröffnung trotz Coronakrise

«Es ist natürlich nicht die optimale Zeit, einen Gastrobetrieb zu eröffnen, aber wir stellen uns der Herausforderung», sagt Bläuenstein. Die beiden Frauen sind zuversichtlich, dass ihr Einstieg funktionieren wird, da sie ein gutes Schutzkonzept haben. «Wir haben ausschliesslich Sitzplätze, die genügend Distanz zueinander haben und eine leistungsfähige Lüftung», sagt Bläuenstein. Während des Betriebs tragen sie Maske und bedienen am Tisch. «Die Gäste sollen sich bei uns sicher fühlen», sagt Ben Diener.

Eine bestimmte Zielgruppe haben die beiden nicht im Visier. «Bei uns ist jeder willkommen», sagt Bläuenstein. «Jeder soll sich wohlfühlen», ergänzt Diener. 

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