Klingnau

Das Städtli wird von vorne bis hinten umgegraben

3,33 Millionen Franken will der Gemeinderat für den Ersatz der über 100 Jahre alten Wasserleitungen und der Kanalisation, die Neuverlegung der Stromversorgung inklusive Anschaffung und Montage einer neuen Beleuchtung sowie für bauliche Massnahmen zur Verbesserung des Altstadtbildes aufwenden.

Mit dem an der Informationsveranstaltung in der Aula des Oberstufenschulhauses «Schützenmatte» vorgestellten 2-Säulen-Programm sollen die Voraussetzungen für zeitgemässes Wohnen und ein stimmungsvoller öffentlicher Raum mit guten Parkierungsmöglichkeiten geschaffen werden. Konkret soll die Fahrbahn auf das Niveau der bestehenden Trottoirs angehoben werden. 1,2 bis 1,5 Meter breite Steinbänder trennen Wohn- und Fahrbereich und sind Wohnungsbesitzern, Fussgängern und Gewerbetreibenden zur Nutzung vorbehalten. Die beiden Brunnen werden unverändert übernommen, ebenso der Kirchplatz, die Platzierung eines zweiten Baumes an der Nordfassade ausgenommen.

In der Diskussion wurde der Nutzen der Ausnivellierung von Trottoir und Fahrbahn angezweifelt. Ein Trottoir biete bedeutend mehr Schutz als ein nur optisch markierter Fussgängerbereich, wurde argumentiert. Einigen genügte die Breite des Fussgängerbandes entlang der Häuser an der Schattengasse und an der Sonnengasse nicht. Die maximal 1,5 Meter breiten Bänder würden der Absicht, eine Begegnungszone zu schaffen, widersprechen.

Zudem würde sich eine schmälere Fahrbahn verkehrsberuhigend auswirken, wurde argumentiert. Dem hielt Ammann Bühlmann entgegen, der Gemeinderat verzichte aus Rücksicht auf die Gewerbetreibenden im Städtli bewusst auf die Schaffung einer Begegnungszone, da diese eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 20 Stundenkilometer nach sich ziehen würde. Nach dem Willen des Gemeinderates soll die «Tempo-30-Zone auch nach der Umgestaltung der Altstadt beibehalten werden. «Wir wollen den Verkehr nicht vollständig aus der Altstadt verbannen», sagte Ammann Bühlmann.

Defekte Wasserleitungen

Verantwortlich dafür, dass die Neugestaltung des Städtlis bereits jetzt diskutiert und geplant wird, sind die über 100 Jahre alten, in der Altstadt verlegten Wasserleitungen. In den letzten zwei bis drei Jahren seien vermehrt Risse und Löcher aufgetreten, sagte Gemeinderätin Bettina Geiger. Die Erneuerung der Leitungen sei dringend notwendig und könne nicht mehr aufgeschoben werden. Abwarten würde nur zu Schäden an den Strassenbelägen und an den Altstadthäusern führen.

Gleichzeitig mit der Verlegung der neuen Wasserleitungen sollen gemäss den Vorstellungen des Gemeinderates die Kanalisation, die Stromversorgung und die Signalversorgung erneuert werden. Die Kosten für die Wasserleitungserneuerung werden auf 740000 Franken veranschlagt, die Kanalisationserbneuerung mit Trennung von Schmutz- und Sauberwasser auf 650000 Franken, die Stromversorgung inklusive neue Beleuchtung auf 860000 Franken und die Signalversorgung auf 130'000 Franken. Die Kosten für die Stadtraumgestaltung werden mit 950000 Franken angegeben.

Der Gemeinderat beabsichtigt, den Gesamtkredit von 3,33 Millionen Franken an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung noch vor den Sommerferien 2013 zur Genehmigung vorzulegen.

Bereits realisierte Projekte

Die Stadtraumgestaltung und das neue Beleuchtungskonzept sind Teil eines Massnahmenkatalogs, mit dem die Altstadt Klingnau und die angrenzenden Gebiete Weier und Dorf aufgewertet werden sollen. Bereits realisiert sind die SBB-Haltestelle,e die Ludothek und die Revision der Bau- und Nutzungsordnung.

Meistgesehen

Artboard 1