Vom 28. Mai bis 19. August konnten die Bewohner des Fusionsprojekts Rheintal+ über Wappen und Name einer allfällig fusionierten Gemeinde abstimmen. Sechs Wappen und drei Ortsnamen standen den Bewohnern der zehn betroffenen Gemeinden zur Auswahl.

Bei der Umfrage wurden insgesamt 719 Stimmen abgegeben (697 online, 22 schriftlich). «Das ist im erwarteten Rahmen», sagt Adrian Thoma, Leiter der Arbeitsgruppe «Kultur, Name, Wappen». Im Bericht schwingt aber auch etwas Enttäuschung mit. «Betrachtet man die Einwohnerzahl der zehn Gemeinden, sind dies knapp neun Prozent, berücksichtigt man jedoch, dass einige wohl mehrfach teilgenommen haben und 73 Stimmen nicht aus unseren Gemeinden gekommen sind, werden wohl kaum mehr als fünf Prozent der Bevölkerung an der Umfrage teilgenommen haben.»

Warum nicht Bad Zurzach?

Beim potenziellen Ortsnamen setzte sich der Vorschlag «Zurzach» mit 65 Prozent der Stimmen klar durch. Einige Teilnehmer der Umfrage bemängelten, dass Bad Zurzach nicht zur Wahl stand. Dieser Name sei im Standortmarketing bereits erfolgreich etabliert, so ein Argument. Allerdings hätte Bad Zurzach in kleineren Gemeinden wohl für einen Abwehrreflex gesorgt – nach dem Motto: Die Grossen bestimmen alles. Anzumerken ist, dass die bisherigen Gemeindenamen im Fall einer Fusion als Ortsteil der neuen Gemeinde erhalten blieben und auf den Ortstafeln weiterhin ersichtlich wären.

Weniger klar fiel das Verdikt beim möglichen Wappen aus. Jenes mit den zehn blauen Wellen (jede symbolisiert eine Gemeinde) auf weissem Grund vereinte 197 Stimmen auf sich. Rund 8 Prozent weniger erhielten die römische Amphore und der Stern, der zehn Perlen südlich des Rheins verbindet. Einige Umfrage-Teilnehmer empfahlen, die Anzahl der Gemeinden (10) nicht als Symbolik zu verwenden, um mögliche Aus- oder Beitritte aus dem Fusionsprojekt nicht zu verkomplizieren.

Die Facharbeitsgruppe Kultur, Name, Wappen erstellt nun ihren Schlussbericht, in welchem sie die Umfrage-Sieger empfiehlt. Auf dieser Grundlage arbeitet die Projektleitung den Fusionsvertrag aus, der, falls es zur Abstimmung kommt, der Stimmbevölkerung im Herbst 2019 vorgelegt wird.