Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) hat in den vergangenen beiden Jahren zusammen mit den betroffenen drei Regionen Lösungen zur Entlastung der Agglomerationen Brugg und Baden vom Verkehr sowie zur besseren Anbindung des Unteren Aaretals erarbeitet. Am 8. April startete die öffentliche Anhörung der bisherigen Oase-Resultate. Nach der Auswertung der Eingaben könnte der Grosse Rat im 2017 erste Vorhaben im kantonalen Richtplan auf Stufe Zwischenergebnis eintragen. 2019 soll das Gesamtkonzept Oase im Richtplan festgesetzt werden.

Umfahrung Station Siggenthal-Würenlingen

Mit den neuen Strassenanlagen in Baden und Brugg wird auch die Anbindung des Unteren Aaretals verbessert. Denn dank diesen profitiert das Zurzibiet von verlässlicheren Reisezeiten von und zur Nationalstrasse. Durch die Angebotsverdoppelung der Bahn zum Viertelstundentakt Baden–Waldshut/Zurzach ist die bessere Anbindung auch beim öffentlichen Verkehr vorgesehen. Zusammen mit «Oase» werden die Projekte «Umfahrung Siggenthal-Station» und «Neue Rheinbrücke Koblenz Ost» vorangetrieben.

Standort einer möglichen neuen Rheinbrücke Koblenz Ost

Felix Binder, Präsident von Zurzibiet Regio, sagt: «Der Kanton ist mit seiner Absichtserklärung, die ausgewählten Best-Varianten weiterzuverfolgen, auf gutem Weg. Während das Zurzibiet auf Lösungen in Brugg/Windisch und im Raum Baden angewiesen ist, sollen mit der neuen Rheinbrücke Koblenz Ost und einer Umfahrung Siggenthal-Station zwei weitere Anlagen auf ihre Zweckmässigkeit hin geprüft werden.» Damit und mit dem verbesserten Angebot des öffentlichen Verkehrs «verspricht sich das Zurzibiet, als Standort attraktiver zu werden», so Binder.

Auch beim Gemeindeseminar von ZurzibietRegio war das Oase-Projekt das Topthema. Das Zurzibiet wird in den kommenden Beratungen das Projekt unterstützen und positiv begleiten, lautete der Tenor. Regierungsrat Stephan Attiger betonte die drei Hauptziele: Verbesserung der Erreichbarkeit des Zurzibiets sowie die Entlastung der beiden Ortszentren Brugg und Baden.

Dunja Kovari zeigte als Planerin von ZurzibietRegio auf, dass das Oase-Projekt positive Auswirkungen auf die Siedlungsentwicklung im Zurzibiet haben könne. Ein aktives Anpacken sei jedoch notwendig. Unternehmer Markus Birchmeier betonte die positiven Aspekte des Zurzibiets in Bezug auf die Standortfaktoren. Als Teil einer Grenzregion mit guter Naherschliessung zum Flughafen dürfe man sich zu einer Metropolregion zugehörig zählen mit allen Vorteilen, die dies mit sich bringe. Von der «Oase» erwartet Birchmeier eine Reduktion der Staustunden. Verbesserte Rahmenbedingungen würden es ermöglichen, den Trend des verhaltenen Wachstums umzukehren.

Mehrverkehr für Koblenz

Kurt Wyss, Leiter Zollinspektorat Schaffhausen, berichtete über die grosse Zunahme des grenzüberschreitenden Verkehrs und gab Einblick in die geplanten Abbaumassnahmen bei Zollstellen. Dies dürfte bedauerlicherweise Mehrverkehr für Koblenz zur Folge haben.

Die hängigen Strassenprojekte im Zurzibiet listete anschliessend Kantonsingenieur Rolf H. Meier auf. 42 Projekte sind in Bearbeitung, das Investitionsvolumen beträgt in den nächsten acht Jahren 150 Millionen Franken, wovon die Hälfte auf die Ostumfahrung Bad Zurzach entfällt.