«Mir göhnd lislig hei…» steht auf einer Zeichnung von Edith Oppenheim-Jonas. Ein Mann, der etwas an Papa Moll erinnert, schleicht mit den Schuhen in den Händen durch die Gegend und sogar sein Dackel trägt Pfotenschoner, um möglichst wenig Geräusche zu verursachen. Entstanden ist die Karikatur 1950 auf Wunsch des damaligen Badener Wachtmeisters Studer.

Mitbewohner, welche die Nachtruhe partout nicht einhalten wollten und es bis in die frühen Morgenstunden krachen liessen, bereiteten ihm Probleme. Und weil Verbote und Bussen bis dato nichts gegen die Störenfriede genützt hatten, bat er die Zeichnerin Oppenheim-Jonas, sich der Sache mit Humor anzunehmen. So schuf sie das witzige Plakat, das schweizweit sehr wirkungsvoll als Prophylaxe gegen Lärm zur späten Stunde eingesetzt wurde.

Scharfsinniger Witz

Die neue Ausstellung im Mauritiushof zeigt das Schaffen der 2001 verstorbenen Malerin, Zeichnerin und Karikaturistin in einer frühen Phase, bevor sie mit der legendären Papa Moll Figur den ersten Schweizer Comicstrip kreierte. Vor allem ihre politischen Karikaturen für den Nebelspalter, die teilweise bis in die Zeit vor den Zweiten Weltkrieg zurückführen, sind zu sehen.

Ihr scharfsinniger Witz hat bis heute nichts von seiner Wirkung verloren. Roy Oppenheim erzählte an der Vernissage im Mauritiushof persönliche Anekdoten über seine Mutter, die mathematische Probleme nicht selten mit Zeichenstift und Pinsel löste und in der Schule drei Klassen übersprang. Humor sei das ganze Leben lang ihr Leitmotiv gewesen.

Papa Moll-Film feiert Premiere

Papa Moll-Film feiert Premiere (TeleM1-Beitrag vom 3. Dezember 2017)

Die Aargauer Comicfigur Papa Moll kommt auf die Leinwand. An der Premiere in Baden weckte der Film bei den Promis viele Kindheitserinnerungen.

Nicht nur als Belustigung und Ablenkung, sondern als wichtiges Element, um das Leben zu bewältigen. «Das Faszinierende am Humor ist, dass er uns befreit», so Roy Oppenheim.
Die Geburtsstunde der Comicfigur Papa Moll schlug vor 65 Jahren. Doch mit dem gutmütigen Familienvater, der für alle immer nur das Beste will und von einem Fettnäpfchen ins andere tritt, kann sich noch immer mancher identifizieren. Am 21. Dezember 2017 startet der erste Papa Moll-Spielfilm in allen Schweizer Kinos.

Hauptdarsteller Stefan Kurt, der als «Der Schattenmann» und in verschiedenen Tatort-Folgen zu sehen war, sagte jedenfalls sofort zu, als man ihm die Rolle anbot. «Endlich kann ich mich einmal von meiner komischen Seite zeigen», meint der 58-jährige Berner, der heute in Berlin lebt. Dass er in den Räumen des Mauritiushofs auch noch seine vielschichtigen Fotocollagen ausstellen kann, ist für ihn «wie Weihnachten und Ostern zusammen».

So war die Erfinderin von Papa Moll

So war die Erfinderin von Papa Moll

Edith Oppenheim-Jonas war gebürtige Deutsche mit jüdischen Wurzeln. Sie war verheiratet mit einem Engländer und schenkte der Schweiz den Prototypen eines Schweizers: Papa Moll. 

Früher sampelte Kurt Töne, Klänge und Geräusche. Kombinierte etwa eine laufende Klospülung mit Meeresrauschen. Heute macht er sich bei langen Spaziergängen auf die Suche nach Blättern, Blüten, Hölzer und Steinen und legt seine «Schätze» auf ein Leuchtpult. Dann fotografiert er sie und vergrössert die Bilder am Computer. Auch Flüssigkeiten, die über eine Platte fliessen, hält er mit seiner Kamera fest und bearbeitet die Resultate später digital. Er will vor allem die verschiedenen Strukturen zum Vorschein bringen. Manche Motive schichtet er übereinander, bei anderen zeichnet er mit Tusch die Konturen nach.

Fotografien wie gemalt

Die Resultate auf grobkörnigem Hahnenmühle-Papier wirken teilweise wie gemalt, oft surreal und vor allem sehr faszinierend. Galerieleiterin Laura Wurster lobt das Feingefühl, den Sinn für Gestaltung und die ungeheure Vielseitigkeit von Stefan Kurt.