An der Informationsveranstaltung vor zwei Wochen deutete vieles darauf hin, dass der Kredit von 2,4 Millionen Franken für die Sanierung der Kantonsstrasse innerorts und die gleichzeitige Erneuerung der Wasser- und Abwasserleitungen von den Stimmbürgern verworfen werden könnte.

Damals wurden mehrere Zusatzwünsche sowie grundsätzliche Bedenken gegen einzelne Projektteile geäussert. Hauptanliegen waren die Begrenzung der Geschwindigkeit sowie die finanzielle Machbarkeit. Unter anderem wurde vorgebracht, die Gemeinde verfüge nicht über die finanziellen Mittel, um die Innerortssanierung der Kantonsstrasse und die Sanierung gleichzeitig zu finanzieren.

Antrag auf Teilerneuerung

An der Gemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle wurden nur noch wenige Argumente gegen das vom Kanton und von der Gemeinde gemeinsam aufgegleiste Projekt vorgebracht. Ein Antrag zielte darauf ab, nur einen Teil des Innerortsbereichs zu erneuern. Der Abschnitt vom Knoten Linde bis zur Langmattstrasse sei in einwandfreiem Zustand, begründete Manfred W. Zimmermann seinen Antrag. Sanierungsbedarf weise lediglich der Abschnitt ab Langmattstrasse bis zum Ausserortsbereich auf.

Heinz Eckert äusserte die Befürchtung, dass eine ausgebaute Kantonsstrasse zusätzlichen Lastwagenverkehr anziehe, was sich negativ auf den Dorfteil Böttstein auswirke. Eckert deponierte die Forderung an die Adresse des Gemeinderates, in Böttstein seien verkehrsberuhigende Massnahmen zu prüfen.

Rechnung und Einbürgerungen

Ammann Patrick Gosteli lobte den Kanton für seine Bereitschaft, 3,8 Millionen Franken für die Kantonsstrasse Kleindöttingen–Böttstein auszugeben. «Diese Bereitschaft sollten wir nutzen», mahnte der Gemeindeammann und wies darauf hin, dass für die Werkleitungen genügend Rückstellungen getätigt worden seien und dass die Gemeinde mit der gleichzeitigen Erneuerung der Werkleitungen 120000 Franken einsparen könne. In der Abstimmung unterlag der Antrag auf Teilsanierung dem Antrag des Gemeinderates mit 97 zu 11 Stimmen. Kanton und Gemeinde können Strasse und Werkleitungen im vorgesehenen Rahmen instand stellen.

Dass die Gemeinde Böttstein nicht auf Rosen gebettet ist, offenbarte die mit grossem Mehr abgesegnete Rechnung 2010. Zwar fiel der Aufwandüberschuss mit 181830 Franken um einiges tiefer aus als budgetiert (962400 Franken) und auch das Eigenkapital von rund 6 Millionen bietet noch einige Sicherheit für die Zukunft. Bauchschmerzen bereiten dem Gemeinderat die rückläufigen Steuereinnahmen. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr um satte 696274 Franken gesunken. Gleichzeitig ist die Steuerkraft pro Einwohner auf 1863 Franken gesunken und liegt damit deutlich unter dem kantonalen Mittel (2009: 2520 Franken). Auch die abzuschreibenden Steuerausstände sind mit 2,61 Prozent so hoch wie seit Jahren nicht mehr.

Ohne Wortmeldungen bewilligt wurden die Einbürgerungen der Familie Üstün und von Volkan Oskan sowie ein Kredit von 620000 Franken für die Instandstellung der Flurwege und Drainagen. Böttstein hat ein Flurwegnetz mit 9,5 Kilometer Belagsweg, 12 Kilometer Mergelweg und 3,6 Kilometer Wiesen- und Schotterweg zu unterhalten.