Bad Zurzach

Das einheimische Schaffen stand am Weihnachtsmarkt im Zentrum

Der Weihnachtsmarkt in Bad Zurzach stimmte mit einem vielfältigen Angebot an Geschenkideen und Musik in die Adventszeit ein.

Sie sass etwas tief auf dem Kopf des kleinen Mädchens, die rote Samichlausen-Zipfelmütze mit der breiten, weissen Borte. Doch der freundliche Verkäufer half, und schon war die passende Grösse gefunden. Am Stand daneben standen, dicht gedrängt, Engel in jeder Grösse und Position. Sogar ein lesender Engel fand sich. Ob er sich wohl die kürzlich veröffentlichte Pisa-Studie zu Herzen genommen hatte?

Am Weihnachtsmarkt im Kurflecken Bad Zurzach gab es jedoch wesentlich mehr als warme Kappen, Socken, Halstücher und Engeli. Neben dem Verenamünster und auf dem Platz hinter der Propstei wurde in schön dekorierten Markthäuschen und an Ständen eine bunte Vielfalt präsentiert. Dabei stand das einheimische Schaffen im Vordergrund. Das ist die Absicht des Vereins «Weihnachtsmarkt Bad Zurzach», der sich erstmals für die Organisation des traditionellen Anlasses verantwortlich zeichnete.

Vielfältige Geschenkideen und Essensstände

Von der schönen Krippenfigur über die handgemachte, prächtig verzierte Kerze bis zur Gartenfigur aus farbigem Glas blieb kaum ein Wunsch für ein Weihnachtsgeschenk offen. An einem Stand konnte man sich – gewissermassen als Alternative zum Selfie – sogar porträtieren lassen. Und freundliche Verkäufer der 3. Sekundarschule boten selbstangefertigte Dekoartikel an, in der Hoffnung, damit ihre Abschlussreise mitfinanzieren zu können.

Ebenso vielfältig – vom chüschtigen Brot bis hin zur Konfitüre – war auch das kulinarische Angebot. Da durfte natürlich die «zarte Botschafterin des Zurzibiets», die feine Zurzibieter Torte, nicht fehlen. Streng genommen stammt sie aus dem Zuribieter Surbtal. Und vor dem Münster hatte auch der Chräbelibeck vom Achenberg seinen Stand aufgebaut.

Der «Glögg» macht dem Glühwein Konkurrenz

Natürlich war gegen spontanen Hunger und Durst vorgesorgt. Fischer und Pontoniere standen an den Fritteusen, und die Jäger boten Wildspezialitäten an. Sie hatten zudem ihr Wildmobil aufgefahren, das anhand von Präparaten zeigt, welche Tiere in unseren heimischen Wäldern leben.

Die Ortsbürger schenkten Glühwein und Punsch aus, und boten neben Mistelzweigen schöne Engel und Kerzenständer feil, die in einer Hobbywerkstatt aus heimischem Holz selbst gefertigt worden waren. Die Guggenmusik «Se Barzlis» lockte mit heissen Marronis und «Glögg» in diversen Varianten. Offensichtlich erwächst auch in Bad Zurzach dem Glühwein – ohne den ein Weihnachtsmarkt völlig undenkbar ist – mit dem skandinavischen «Glögg» und dem Glühbier eine Konkurrenz. Das Rahmenprogramm mit Konzerten der Jugendmusik Zurzach, der Musikschule Bad Zurzach und von Jagdhornbläsergruppen rundete die Einstimmung in die Adventszeit ab.

Mit dem Weihnachtsmarkt hat der Verein «Weihnachtsmarkt Bad Zurzach» mit seinem Präsidenten Andreas Indermühle die Ziele, die er sich gesteckt hat, zweifellos erreicht. Die vielen Besucherinnen und Besucher dürften jedenfalls auf ihre Rechnung gekommen sein. Eine Besucherin hätte sich zwar mehr Lichtlein auf den Bäumen rund ums Münster gewünscht. Für den kleinen Hund aber, der beim Wurststand mit unendlich treuherzigem Blick seinem Herrchen zusah, wie der sich eine Bratwurst einverleibte, schien die Rechnung nicht aufzugehen.

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