Beim Grossbrand in der Fischzucht im Klingnauer Industriegebiet "Zelgli" kam es zu einem Fischsterben. Zwar konnte das Feuer dem Untergeschoss im Gewerbegebäude, wo sich die Fischzucht befindet, nichts anhaben, weil dieses durch eine 40 Zentimeter dicke Betondecke von den Obergeschossen getrennt ist. Doch Löschwasser gelangte in eines der 21 Becken der Fischzucht. 600 Zander überlebten nicht. Die restlichen 9400 in den anderen Becken dagegen schwimmen so munter als zuvor, ebenso weitere 10'000 im Hauptgebäude der Firma Tegatec, das vom Brand nicht betroffen war.

Das ausgebrannte Gewerbegebäude mit der Fischzucht im Klingnauer Industriegebiet Zelgli, einen Tag nach dem Grossbrand.

Das ausgebrannte Gewerbegebäude mit der Fischzucht im Klingnauer Industriegebiet Zelgli, einen Tag nach dem Grossbrand.

Für Bernhard Kaufmann ist es nicht der erste Grossbrand: Am 27. Mai 1995 brach am selben Ort im Zelgli schon einmal ein Grossbrand aus, im damaligen Malerei- und Gipsereibetrieb von Kaufmann. Der Sachschaden wurde auf 5 Millionen beziffert. Vom Brand waren damals zwei Gebäude betroffen. "Das darf nicht wahr sein", habe er gedacht, als er vom Brand erfuhr, sagt er nun der AZ. Die Brandursache von damals war auf Einbrecher zurückzuführen, die ins Gebäude eingestiegen und dabei einen Getränkeautomaten aufgebrochen hatten.

Grossbrand in Klingnauer Fischzucht

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Anders als damals kann Kaufmanns Betrieb ohne Einschränkungen weiterbetrieben werden. "Wir können normal weiterarbeiten", sagt er. Bis auf das eine Becken seien keine weiteren mit Löschwasser kontaminiert worden. Auch die Fischqualität habe nicht gelitten. 

Kaufmann beliefert seine Kunden, vor allem Landwirtschaftsbetriebe, mit Zander-Setzlingen in verschiedenen Grössen. Diese ziehen die jungen Fische auf, bis sie schlachtfrei sind. Die Mast dauert insgesamt ein Jahr. Dann sind die Zander ein Kilogramm schwer. Insgesamt befinden sich in den Becken von Kaufmanns Firma Tegatec 20'000 Zander – 10'000 im Hauptgebäude, das nicht vom Brand betroffen war.

Leservideo: Die Klingnauer Fischzucht steht in Flammen.

Leservideo: Die Klingnauer Fischzucht steht in Flammen.

120 Feuerwehr-Männer und -Frauen standen beim Grossbrand im Einsatz. Für die meisten war er um Mitternacht beendet – aber nicht für alle. Die Feuerwehr stellte eine Brandwache. "Am Donnerstagmorgen haben wir für weitere Löscharbeiten nochmals die Autodrehleiter der Stützpunkt-Feuerwehr angefordert", sagt Kommandant Remo Bugmann. "Einige Feuerwehrleute haben das Dach teilweise aufgeschnitten und die letzten Glutnester gelöscht." Am Donnerstagmittag war der Einsatz beendet.

"Die Brandursache steht noch nicht fest", sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei, am Donnerstag. "Die Brandermittler haben ihre Ermittlungen aufgenommen und waren für eine Begehung am Brandort." Unklar ist die Höhe des Sachschadens: Die Aargauische Gebäudeversicherung AGV macht dazu keine Angaben. 

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Zwischen 22.30 bis 23 Uhr hat die Feuerwehr die Flammen gelöscht, wegen Glutnestern raucht es nach wie vor aus dem Gewerbegebäude.