Diese Woche hat das Arbeits- und Wohnzentrum Kleindöttingen (AWZ) in einem feierlichen Akt seine neue Werk- und Tagesstätte bezogen. 

Ein doppelstöckiger Londonbus chauffierte die rund 65 Mitarbeitenden des AWZ an ihren neuen Arbeitsort an der Zentumstrasse. Begleitet wurde der Umzug durch musikalische Klänge eines spontanen Zusammenschlusses der Stadtmusik Klingnau und der Musikgesellschaft Döttingen.

Die Ansprachen von Stiftungsratspräsident Marco Canonica und Böttsteins Gemeindepräsident Patrick Gosteli strichen die grosse Bedeutung des Neubaus für die Stiftung und die Gemeinde Böttstein heraus. Die Redner schlugen einen Erinnerungsbogen zurück in ihre Kindheit und zeigten damit auch auf, wie eng die Region mit dem AWZ und den Klienten verbunden ist.

Rund 100 Personen waren bei dem Umzugsanlass anwesend. Viele Angehörige, Freunde und Kundschaft des AWZ liessen es sich nicht nehmen, dem feierlichen Akt des Durchtrennens des roten Bandes beizuwohnen. Die älteste und die jüngste Mitarbeiterin des AWZ erledigten diese Aufgabe bravourös.

80 Arbeitsplätze

Die neue Werk- und Tagesstätte wurde in gut zweijähriger Bauzeit fertig gestellt. Das Gebäude bietet Arbeitsplätze für rund 80 Menschen mit einer Behinderung und verfügt über eine moderne Infrastruktur.

Das alte, seit vierzig Jahren genutzte Werkstattgebäude an der Hauptstrasse hat damit ausgedient. Die alten Werkstatträumlichkeiten werden bis auf Weiteres von der Spielgruppe Tatzelwurm und einer Praxis für Körpertherapie genutzt. 

Der AWZ-Stiftungsrat habe entschieden, die Parzelle nicht zu verkaufen, sagt Präsident Marco Canonica. Sie soll für zukünftige Projekte im Besitz der Stiftung verbleiben. «Wir werden das Gebäude aber nicht abreissen, bevor wir nicht konkrete Pläne für etwas Neues haben. Es soll kein brachliegendes, überwachsenes Grundstück mitten in Kleindöttingen entstehen.»

Der Stiftungsrat prüft, ob sich auf dem Grundstück ein kleines Pflegeheim realisieren liesse. Denn: Heute werden auch Behinderte immer älter, erreichen das AHV-Alter und werden pflegebedürftig. Derzeit gibt es im AWZ-Wohnheim keine entsprechenden Pflegeplätze. «Mit einem Pflegeheim könnten diese Personen im Alter bei uns bleiben», erklärt Canonica. Man sei daran, den Bedarf zu evaluieren und sich nach möglichen Partnern umzusehen. (az/nro)