Schon im Frühling 2012 zeigte der Boden in Full-Reuenthal erste Risse: Auf einem rund 40 Aren grossen Gebiet sackte das Land bis zu zwei Meter ab. Kurz darauf kam es zu weiteren Absenkungen im «Ried». Seither ist das Gebiet abgesperrt, man vermutet einen Zusammenhang der Absenkungen mit dem ehemaligen Gipsbergwerk Felsenau.

Drei Bohrungen durchgeführt

Wie der Gemeinderat nun im Mitteilungsblatt bekannt gibt, hat die Besitzerin des früheren Gipswerks, die Hunziker AG, im Oktober Sondierbohrungen vornehmen lassen. Man wollte genau wissen, wodurch die bis zu einem halben Meter langen Risse entstanden sind – und vor allem, ob noch weitere Absenkungen zu erwarten sind, die allenfalls zur Gefahr werden könnten.

«Zwei Bohrungen trafen unter den Boden- und Verwitterungsschichten auf festen Fels aus Dolomit und Muschelkalk», hält der Gemeinderat fest. Aber: «In einer weiteren Bohrung wurde kein Fels, sondern nur Lockergesteinsablagerungen angetroffen.» Bei diesen handle es sich um alte Hohlraumfüllungen. Die Bohrungen brachten gemäss Gemeinderat zutage, «dass der Fels im Reuenthaler Plateau weit mehr zerklüftet und verkarstet ist als bisher angenommen».

Sogenannte Karsthohlräume seien im Untergrund weit verbreitet, weshalb es auch künftig und ausserhalb des ehemaligen Bergwerkareals zu Absenkungen kommen kann. «Die Volumen sind jedoch beschränkt und abschätzbar», so der Gemeinderat.

Auf Nachfrage der az sagt Jürg Stäuble vom Geotechnikbüro Dr. Heinrich Jäckli in Baden: «Obwohl es wahrscheinlich zu weiteren Absenkungen kommen wird, besteht für die Bevölkerung keine Gefahr.» Betroffen sei lediglich ein begrenztes Areal auf dem Reuenthaler Plateau. Man müsse nicht befürchten, dass im Dorf Reuenthal plötzlich der Boden absackt.

Auch der Weg zum Aussichtspunkt «Chrüzli» müsse nicht verschoben werden, das Gelände darunter sei stabil. Massnahmen gegen die Absenkungen könne man keine ergreifen, sagt Stäuble: «Dass sich der Boden mancherorts senkt, ist ein ganz natürlicher Prozess».