Am 23. Juni feiern Böbikon, Fisibach, Lengnau, Mellikon, Rümikon, Schneisingen, Siglistorf und Wislikofen in der Propsteikirche Wislikofen sowie anschliessend im Weiler Waldhausen bei Fisibach die Gedenkfeier «900 Jahre Schenkung der Edlen von Waldhausen».

Das Jubiläum geht auf die Gebrüder Adelberus und Alterus sowie dessen Frau Mechtild – genannt «die Edlen von Waldhausen» – zurück. Sie schenkten am 27. Dezember 1113 die von ihnen gegründete Zelle in Wislikofen dem Kloster St. Blasien im Schwarzwald.

Dazu gehörte Grundbesitz an weiteren Orten, unter anderem in Böbikon, Mellikon, Rümikon, Schneisingen und Siglistorf. Ebenfalls erwähnt wurden in dieser Schenkung Lengnau und Mellstorf, das zur heutigen Gemeinde Wislikofen gehört.

Burg der «Edlen von Waldhausen»

Die Burg von Waldhausen am Rande des Bachsertals war nach Osten und Süden durch Steilhänge, nach Norden und Westen durch Gräben geschützt. In der Burg lebten die Freien von Waldhausen. Als die letzte Besitzerfamilie 1440 nach Kaiserstuhl übersiedelte, zerfiel die Burg. Nur 30 Jahre später wird sie in einer Grenzbeschreibung als Ruine aufgeführt.

Gemäss der für die Feier vom 23. Juni herausgegeben Festschrift stand der Stein, der die Grenze zwischen den Kantonen Zürich und Aargau markiert mitten im Burggelände. 1987 wurde der Grenzverlauf korrigiert. Heute liegt das Burggelände auf Aargauer respektive auf Fisibacher Boden.

Angekündigt für die Gedenkfeier ist auch Regierungsrat Urs Hofmann.

In seinem Vorwort geht Hofmann den Gründen nach, weshalb das Begehen derartiger Geburtstage einem breiten Bedürfnis entspricht: «Die Behauptung, man feste um des festens willen, greift zu kurz. Die Jubiläumsfeierlichkeiten sind stets auch ein Ausdruck dafür, dass sich die Menschen an einem Ort wohlfühlen, dass sie gerne hier wohnen und dass sie die Gemeinschaft spüren und pflegen möchten.»

Diese regierungsrätliche Feststellung wird die Bevölkerung der Geburtstag feiernden acht Gemeinden wohl ohne Zögern unterschreiben.