Leuggern

Da haut es den Stöckli aus den Söckli

Theatergruppe des Sportvereins führte «Liebi macht erfinderisch» auf – ein Erfolg. Die Theatergruppe bringt das Stück in ihrer 26. Saison auf die Bühne und erntet beim Publikum an der Premiere viel Applaus.

«Wo ist Hugo?» Monika Meier (Monica Kündig) wendet sich verzweifelt an die Polizei. «Hugo ist doch stets pünktlich. Wie er aussieht? Kennen Sie George Clooney aus der Kaffee-Werbung? Genau so eben nicht.» Und da taucht dieser Hugo Meier (Stephan Gassmann) auch schon auf. Lädiert und in Begleitung der Stadtpolizistin Amstutz (Gisela Nussbaum). Taxifahrer Meier ist aber nicht etwa am Steuer eingenickt, wie seine Monika befürchtet hat. Er hat in einen Handtaschenraub eingegriffen und dabei Schläge eingesteckt. Nicht von den Räubern, vom Grosi, dem er hatte beistehen wollen.

«Herr Meier ist wirklich ein Held», meint die Polizistin. «Ein Fall für den ‹Blick›.» Sein Bild in der Zeitung? Auf der Frontseite womöglich? Diese Vorstellung schockt den Helden. Verständlich. Denn was er da seinem Nachbarn und Kollegen Oskar Stöckli (David Emmenegger) offenbart, das haut diesen Stöckli wirklich aus den Söckli. Schon steht der Reporter (Hans Brechbühler) in der guten Stube und meint ob all der Proteste ungerührt: «Gute Story, sorry».

Hugo führt wildes Doppelleben

Gute Story: Das gilt auch für das Stück «Liebi macht erfinderisch», das die Theatergruppe Sportverein Leuggern in ihrer 26. Saison auf die Bühne bringt. Die Komödie von Ray Cooney, in der Dialektfassung von Jörg Schneider, dreht sich um den Taxifahrer Hugo Meier, der gleich mit zwei Frauen verheiratet ist. Beruf und ein perfektes Timing ermöglichen ihm, eine perfekte Doppelehe zu führen. Bis zu diesem dummen Zwischenfall, seiner Entdeckung als Held.

Diese gute Story bringt die Theatertruppe unter der Regie von Irene Mutter, die selber mitspielt, auch gut – nein sehr gut – auf die Bühne. Das Tempo der turbulenten Handlung ist beachtlich. Die Schauspielerinnen und Schauspieler ziehen alle Register. Immer wieder gibt es Szenenapplaus.

Alle Register ziehen muss auch Hugo Meier. Denn gemäss Plan stünde längst der Schmusetag mit Gattin Nummer II Brigitte (Mara Mutter) auf dem Programm. Doch Hugo ist nicht nach Schmusen zumute. Schadenbegrenzung ist angesagt. Kollege Stöckli tut sein Möglichstes und läuft zu Hochform auf. Er wird fallweise Bauer aus dem Säuliamt oder Gatte der Frau Meier I, und lässt irgendwelche Grosseltern, rein fiktiv natürlich, verunglücken -- am Vrenelisgärtli. Er erfindet sogar den kleinen Oskarli, was Kantonspolizistin Hungerbühler (Irene Mutter) – rein biologisch gesehen – dann doch etwas ins Grübeln bringt. Und dann irrlichtert auch noch der ziemlich schräge Bobby Baumann (Hans Brechbühler in seiner zweiten Rolle) mit seinem Farbproblem – zinnober – durch die Szene.

Hugo legt schliesslich ein Teilgeständnis ab. Das führt Polizistin Amstutz zwar auf ein anderes Ufer, respektive eine andere Spur, jedenfalls zu weiteren Verwicklungen. Gattin Monika flippt endgültig aus. Und mit ihr das Publikum in der Mehrzweckhalle.

«Liebi macht erfinderisch». Mehrzweckhalle Leuggern. Vorstellungen: 10. Nov. (20 Uhr), 11. Nov. (14 Uhr), 16. Nov. (20 Uhr), 17. November (20 Uhr), 18. November (16 Uhr), 22. Nov. (20 Uhr) und 24. Nov. (20 Uhr). Reservationen: www.theaterleuggern.ch oder Telefon 0774159238 (Mo, Mi, Do, 18.30 bis 20 Uhr).

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