Krankenhaus

Coronakrise trübt das Spitzenergebnis vom Spital Leuggern

"Es war eine komische Stimmung": René Huber, Direktor des Spitals Leuggern, fordert nach de Lockdown Unterstütung von Bund und Kanton.

«Es war eine komische Stimmung»: René Huber, Direktor des Spitals Leuggern, fordert nach de Lockdown Unterstütung von Bund und Kanton.

Das kleinste Spital im Aargau steigerte im Jahr 2019 den Reingewinn massiv. Doch im laufenden Jahr sind die Patientenzahlen eingebrochen.

Seit sieben Jahren ist René Huber Direktor am Spital in Leuggern. Mit dem Kostendruck im Gesundheitssystem hat er gelernt umzugehen. Die aktuelle Coronakrise wird aber auch für ihn zu einer ganz neuen Herausforderung. Das Spital im Zurzibiet, das zusammen mit dem Regionalspital Menziken zur Asana Gruppe gehört, verzeichnete nach den angeordneten Massnahmen des Bundes in den Monaten Januar bis April einen gravierenden Einbruch der Patientenzahlen.

Gegenüber dem gleichen Zeitraum vor einem Jahr gingen die Fallzahlen im stationären Bereich um 222, im ambulanten Bereich sogar um 287 zurück. 2019 betreute das Spital total rund 14'000 Patienten. Als Folge davon meldete Huber für den Betrieb, der 350 Mitarbeiter und rund 70 Lehrlinge beschäftigt, Kurzarbeit an.

Das Asana-Spital in Leuggern, aufgenommen am 16. März 2019.

Das Asana-Spital in Leuggern, aufgenommen am 16. März 2019.

  

«Wie sich die Krise genau auf die Ertragslage und die Ertragseinbussen auswirkt und was für Zusatzkosten entstehen werden, kann ich momentan noch nicht beziffern», sagt René Huber. «Aber es wird sicher massiv sein», so der CVP-Grossrat. Für ihn steht ausser Frage, dass durch das verordnete Eingriffsverbot ein Ausgleich in Form von Entschädigungen geschaffen werden muss. «Wie unser Branchenverband fordern wir, dass alle – Bund, Kanton, Kassen und Kostenträger – ihren Beitrag leisten müssen. In welcher Form, werden die anstehenden Verhandlungen zeigen.»

Der finanzielle Schaden für Schweizer Spitäler durch die Covid-19-Massnahmen soll sich auf 1,5 bis 1,8 Milliarden Franken belaufen. Die Aargauer Regierung hat sich inzwischen dem Thema angenommen. «Ich gehe aber nicht davon aus, dass wir vor Ende Jahr eine definitive Lösung in Form eines möglichen Nachtragskredits haben werden», so Huber.

Start zum Ausbau des Akutspitals im Herbst

Trotz der drastischen Ausfälle hält der Direktor fest, dass das Spital Leuggern nicht existenziell bedroht sei. «Wir sind eine gesunde Firma und werden nicht in einen Liquiditätsengpass rutschen.» Dass das Zurzibieter Regionalspital auf einem soliden Fundament steht, belegen auch die Geschäftszahlen von letztem Jahr. Das Ergebnis konnte gegenüber 2018 nochmals markant, von gut 600'000 Franken auf fast eine Million Franken gesteigert werden.

Nicht betroffen von der aktuellen Lage ist das Projekt «Impuls», dass sich in der Endphase befindet und Investitionen von über 30 Millionen Franken verschlingt. Nach der Realisierung mit dem Pflegeheimneubau, der im kommenden Januar bezugsbereit sein wird, ist im Herbst die Erweiterung und Sanierung des Akutspitals geplant.

Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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